Register
Autor

Gab

24. September 2019

2 Köpfe, 1 Riese, 0 Plan – Countdown zum Eldraine Prerelease

Update: Die im Beitrag öfter erwähnten Judges kamen aus den Hexenkesseln und haben informative Release Notes zu Thrones of Eldraine veröffentlicht. Es gibt auffallend viele Gemeinsamkeiten, wobei der Trick mit dem Keeper of Fables sehr nett und uns entgangen ist.

Technischer Hinweis vorab: Unser Zurverfügungsteller von Kartenbildern ist leider noch nicht soweit, weswegen wir vorab auf Scryfall verlinken, wo man im Text erwähnte Karten finden und lesen kann.

Nicht jeder kam als 2-Headed Giant Stratege an den Magic-Tisch, weswegen wir die folgenden Zeilen darauf verwenden, allen Interessierten – allen voran den Pärchen, die am Freitag bei unserem 2-Headed Giant Prerelease (leider bereits ausverkauft; Samstag wäre noch was zu haben, da aber nicht mehr im 2HG-Format) sitzen werden – ein paar hilfreiche Worte mit auf den Weg zu geben.

Wir haben die Weisheit dabei nicht kellenweise gelöffelt, aber entsprechende Erfahrung ist vorhanden. Da der Schreiber nebst Partner an dem Turnier teilnimmt, ist das letztlich sogar nachteilig, aber wenn ihr es meinem Partner nicht steckt, halte ich ebenfalls die Füße still.

Grundlagen

Das Format hat einige regelrelevante Unterschiede zu den eventuell sonstig bekannten Gepflogenheiten, die man u.a. beim Sealed Deck so antrifft:

  • 30 Lebenspunkte (als Team, also nicht je Spieler)
  • freier Mulligan (für jeden Spieler, danach das übliche Procedere)
  • das Team, das beginnt, zieht keine Karten (meist will man deswegen nicht anfangen)
  • Best of 1 (wer also ein Spiel gewinnt, hat das Match für sich entschieden)
  • 12 statt 6 Booster, dafür werden zwei statt nur ein Deck gebaut
  • es gibt keine 5 Extrazüge, sondern nur 3
  • Decks haben kein Sideboard (da Best of 1 gespielt wird), aber da es sich um ein Prerelease handelt, können Decks zwischen den Runden umgebaut werden
  • gewinnt ein Spieler, gewinnt das gesamte Team (selbiges fürs Verlieren)
  • weiteres im Magic Judge FAQ, welches unten noch mal erwähnt wird

Deckbau

Zum Inhalt folgt später noch was, jetzt geht es mehr ums Logistische, ab dem Zeitpunkt quasi, nachdem jeder Spieler ein Prerelease Pack in Händen hält und der Judge lautstark verkündet, dass mit dem Deckbau begonnen werden darf.

Zuerst werden alle Booster geöffnet (D’oh!) und die Karten farblich sortiert. Optional kann man die Rares und Mythics oben auf die Stapel legen, da Karten dieser Seltenheitsstufen nicht nur komplexer sind, sondern oft auch mächtiger (zumindest in den Limited-Formaten wie Sealed Deck oder Draft). Sprich je mehr seltene Karten ein Deck hat, desto spielstäker kann es sein.

Jeder Spieler sollte sich ein kurzes Bild davon machen, wie viel Potenzial in den jeweiligen Farben steckt (hier helfen die Rares) und mit welcher/welchen Farbe/n sinnliche und -volle Kombinationen gebildet werden können. An dieser Stelle müsste entschieden werden, wer welches Deck baut und jeder Spieler beginnt solitär damit an seinem Deck zu feilen. Zum groben Deckinhalt (40 Karten inklusive Länder) selbst sei auf unsere Draftreihe verwiesen. Anderes Format zwar, aber sehr, sehr ähnliches Prinzip.

Nachdem die Decks einigermaßen gereift sind (sprich, jeder hat um die 23 Karten (ohne die Manabasis) vor sich liegen), empfiehlt sich als letzte Maßnahme die Decks kurz zu tauschen.

Das bekannte 4-Augen Prinzip macht nirgends so viel Sinn wie beim 2-Headed Giant! Es erlaubt einzelne Entscheidungen und offene Fragen zu diskutieren. Hat jemand vielleicht 25 Karten vor sich liegen, weil man sich nicht entscheiden konnte? Sollte vielleicht eine dritte Farbe ins Deck, weil es genug Fixing gibt? Gibt es einzelne Karten, die vielleicht ausgetauscht werden könnten, weil es sinnvollere Alternativen gibt? Etc. pp.

Am Ende entscheidet der Deckspieler, womit er die Runden bestreiten möchte. Aber dieser zweite Blick hat nicht nur den Vorteil, dass Flüchtigkeitsfehler korrigiert werden können („Wieso liegt da noch dieses Removal neben deinem Deck?„), sondern erlaubt dem Partner sich ein Bild vom Ganzen zu machen, und nebenbei gegebenenfalls noch ein paar unbekannte Karten kennenzulernen. Wenn man vorab weiß, was der Nebenmann im Deck hat und welche Strategie er verfolgt, gibt es beim Spielen selbst weniger Diskussionsbedarf (man darf übrigens während des Spielens mit seinem zweiten Kopf konferieren, sollte aber versuchen dem gegnerischen Team nicht alles zu verraten). Zudem – und das ist das Leckerste – werden generell weniger Fehler gemacht, da Karten bekannter und Eventualitäten besser abschätzbar sind.

Spezifischeres mit Thron von Eldraine / Throne of Eldraine

Genug der drögen Theorie, ab in die Praxis! Der Plan war an dieser Stelle auf den 2HG-Blog der Magic-Judges zu verweisen, der Karten in Bezug auf das Format näher beleuchtet, aber die sind noch nicht im Märchenwald angekommen. Dennoch sind Teile von deren 2HG FAQs Pflichtlektüre für Spieler, die den Judge nicht zum dritten Mal fragen wollen, ob „Kreaturen, die du kontrollierst“ auf der Karte bedeutet, dass damit auch die Kreaturen des Mitspielers gemeint sind (Nein).

Müssen wir wohl selbst ran:

Ich & Du

Die geläufigen Magic-Vokabeln haben im Format oftmals eine erweiterte Bedeutung:

„Du“ und „die du kontrollierst“ meint tatsächlich nur den Spieler, der die Karte spielt oder kontrolliert und nicht das gesamte Team. Wenn ein Spieler also Linden auf dem Tisch hat und beide Spieler des Teams mit weißen Kreaturen angreifen, lief vermutlich nicht nur was beim Deckbau schief, Linden wird nur für die Kreaturen des Spielers ausgelöst, der Linden kontrolliert.

„Spieler“ meint einen spezifischen Spieler (egal welchen Teams). Hat man Effekte wie von Rankle und lässt jeden Spieler eine Karte abwerfen, betrifft dies jeden einzelnen Spieler und es werden vier Karten in vier Friedhöfen landen. Umgekehrt beim Stormfist Crusader.

Hierbei ist noch zwischen „jeder Spieler“ und „ein Spieler deiner Wahl“ zu unterscheiden, wobei das meist nur für Lebenspunkte relevant ist, was unten präzisiert wird.

„Gegner“ bezieht sich entweder auf einen einzelnen Spieler („ein Gegner“) oder auf jeden gegnerischen Spieler („jeder Gegner“). Im ersten Fall – siehe zBsp Specter’s Shriek – muss nur ein Gegenspieler seine Hand vorzeigen und eine Karte ins Exil schicken. Im letzteren Fall – siehe zBsp Folio of Fancies – darf jeder der beiden Gegner bei der Aktivierung der zweiten Fähigkeit seine Bücherei mühlen.

Lebenspunkte

Eine Besonderheit im 2-Headed Giant ist der Umstand, dass man spieltechnisch zwei Gegner hat, die aber nur einen Lebenspunktestand haben. Dies macht Karten mit den Zauberworten „jeder Gegner“ um ein vielfaches attraktiver.

Spielt man zBsp einen Cauldron Familiar, verliert das gegnerische Team zwei Lebenspunkte (da eben zwei Gegner) und das eigene Team erhält einen.

Analog ist es egal, wer einen Food-Token opfert, da die Lebenspunkte vereint sind, ist das numerische Resultat dasselbe (sowohl beim Golden Egg als auch bei der Tempting Witch).

Das wirkt nachvollziehbar aber ganz so einfach ist es am Ende nicht, weil für Karten wie den Deathless Knight relevant ist, wer die Lebenspunkte erhielt. Hat man selbst den Ritter im Friedhof und der Teamgefährte opfert einen Food-Token, interessiert das den Todeslosen wenig und er verbleibt six feet under.

Kampf

Optimales Beispiel für den Kampf ist die Verzauberung Revenge of Ravens. Von der ist im 2-Kopf-Format zwar dringenst abzuraten, aber sie veranschaulicht so nett. Als Angreifer kann man sich aussuchen, welchen der beiden Spieler man angreift. Wenn also nicht gerade beide Gegner diese schwarze Verzauberung auf dem Tisch haben, wird sicherlich der Spieler angegriffen, der keine Kopie davon kontrolliert. Die Karte macht also nix.

Blocken können beide Spieler, unabhängig, welcher der beiden Spieler angegriffen wurde.

Strategie

30 Lebenspunkte sind eine Hausnummer und sollten die Booster nicht gerade mit unzähligen Folio of Fancies gesegnet sein, wird man um den Kampf als Mittel zum Zweck nicht herumkommen.

Mehr Spieler bedeuten mehr Angreifer aber auch mehr Blocker. Karten, die nicht oder nur schlecht geblockt werden können (meist Flieger und Bedrohliche), steigen somit im spielerischen Wert! Hätte Lochmere Serpent nur die blaue aktivierte Fähigkeit, wäre sie im 2HG Sealed noch mit eine der besten Karten. Umgekehrt sind Kreaturen, die Schutz vor einer Farbe haben, um einiges besser, da es eben mehr Kreaturen gibt und somit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine dabei ist, vor der man Schutz hat. In Eldraine gibt es derer zwei, die immer ihren Weg ins Deck finden werden, auch wenn der Archon, wie wir vorhin lernten, nur zwei relevante Fähigkeiten hat.

Spiele dauern länger. Dies nicht nur, weil viel geredet wird. Es wird öfter zu Situationen kommen, wo das Board voll ist und sich die Kreaturen in einer Pattsituation blöd angucken, weil keine Angriffe machbar sind. Dann Karten zu haben, die wiederholt Schaden machen können, ohne angreifen zu müssen – siehe Brimstone Trebuchet – ist Gold wert. Gleiches gilt für Karten, die einen doch irgendwie angreifen lassen, wie Return of the Wildspeaker. Der +3/+3 Effekt auf alle eigenen Nicht-Humans, wird dafür sorgen, dass der Kampf ein einseitiges Gemetzel wird und sich das Feld für spätere Angriffe lichtet.

Ohne uns wiederholen zu wollen, aber Spiele dauern länger, so dass man nicht davor zögern sollte, ein paar kostspieligere Kandidaten im Deck zu haben. Exemparisch sind hier die legendären Artefakte zu nennen. Die Manakosten von The Cauldron of Eternity sehen selbst mit einem gefüllten Friedhof noch imposant aus. Doch auch wenn man acht Mana dafür blechen müsste, wird das im Laufe der Zeit kein Problem sein.

Themen

Wir hätten uns irgendwo im Text gerne ausführlicher zu den Themen geäußert, die in der Edition schlummern, und die den Sealed Deckbau bestimmen. Die Vorbereitungen dazu waren im Gange, aber so zwischendrin hatten wir das Gefühl, dass dies weniger Unterstützung wäre und mehr den Charakter von Vorsagen hat und uns dagegen entschieden, bevor man uns der Petzerei beschuldigt.

Deswegen belassen wir es im letzten Abschnitt bei einigen Karten. Unkommentiert, roh, so wie die Zauberer von der Küste sie geschaffen haben. Dabei handelt es sich um interessante, im 2-Headed Giant Format spielstärkere Karten, die man beim Deckbau und während der Spiele im Hinterkopf haben sollte und die hier im Text zuvor noch keine große Erwähnung fanden.

Bildmaterial

21. September 2019

Inthronisierung – Alle Karten in Throne of Eldraine

Es war die Tage was stiller auf diesem Kanal, was sicherlich seine Gründe hatte. Wir haben unseren Throne of Eldraine Vorverkauf (Details zu den Collector Booster Packs und Brawl-Decks folgen) eingerichtet. Zudem wollten auf unserem Shop-Account auf Magic Arena die Brawl-Decks Probe gezockt werden. Dazu haben wir uns Notizen gemacht, die wir zu gegebener Zeit hier im Blog ausbreiten.

Was noch?

Ach ja, Kartenspoiler wurden ebenfalls täglich begutachtet, doch das hatte am Freitag ein Ende, da die Spoilerliste nun komplett ist und in Gänze betrachtet werden kann. Es gibt sogar eine Liste für die ganzen Kartenvarianten, auf die man sich in den Collector Booster Packs freuen darf.

Die Liste ist natürlich primäres Lesefutter für alle jene, die sich eines der unzähligen Prereleases gönnen!

Hier sollte man vor allem ein Blick auf die diversen Instants (gerade auch die in Adventure-Form!), was zu weniger bösen Überraschungen im Spielverlauf sorgen wird. Es gibt diverse Pump-Sprüche und dank der Adventures auch Kreaturen, die angreifende bzw verteidigende Kreaturen verstärken, was die Kampfmathematik durcheinander bringt. Wenn dann scheinbar ein 2/2er in einen 4/4er angreift, kann dies ein Zeichen für einen Combattrick sein. Muss nicht, kann aber.

Es empfiehlt sich sowohl ein Auge auf die Manasituation des Gegners (ein Spieler ohne verfügbares Mana wird in der Regel keine Effekte nutzen können) als auch das zweite Auge (so vorhanden) auf den eigenen Lebenspunktestand zu haben. Steht man gut da, ist – im oberen Beispiel – der 4/4er oft wertvoller als die zwei Schaden, die man erhält, ein Block also nicht zu empfehlen.

Für den Angreifer wiederum kann dies bedeuten, dass man derart zwei Schaden macht, die eventuell vorher nicht möglich waren. In vielen Fällen ist es also sinnvoll erst anzugreifen, bevor man sein Mana für andere Sachen ausgibt. Dies ermöglicht das Bluffen, erschwert das Blocken und ehe man sich versieht, sitzt man im Spiel-Theorie Seminar der örtlichen Universität und diskutiert Szenarien, die Peter Handke noch am besten im Titel „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ umschrieb.

Fun!

5. September 2019

Magic News: Spekulatius & Lebkuchen

Bald ist Weihnachten. Dies in gleich zweierlei Hinsicht. Da wäre zum einen die Tatsache, dass es noch genau 111 Tage sind, bis das Christkind und so, aber zum anderen, für die Magic-Spieler halt, die Tatsache, dass morgen in vier Wochen das Herbst-Set Throne of Eldraine / Thron von Eldraine im Laden erhältlich sein wird.

Nach dem gestrigen Einstieg mit den ersten Karten und der Erklärung der Adventure-Fähigkeit, geht es heute im Sauseschritt weiter.

Wizards hat einen Artikel veröffentlicht (gibts auch auf Englisch), der alle Fähigkeiten und Mechaniken des Sets unter die Lupe nimmt. Dass es nur drei gibt (Abenteuer, Adamant und Food/Speise-Token), lässt hoffen, dass die einzelnen Karten für den entsprechenden Wow-Faktor sorgen.

Um ehrlich zu sein, wirken die Fähigkeiten was halbbacken.

Food-Token könnten zum Beispiel wahlweise drei Leben geben oder die nächsten drei Schadenspunkte verhindern (Healing Salve lässt grüssen), was sie zumindest für den Draft und im Sealed interessanter gemacht hätten.

Bei den bisher bekannten Karten scheint auch Adamant fehl am Platz. Vieles deutet auf dreifarbige Strategien hin, aber hier ist eine Fähigkeit, die Einfarbigkeit belohnt.

Aber genug Skepsis. Warten wir ab was das Set noch bringt. Wie die Brawl-Decks. Hier wurden alle neuen Brawl-Commander sowie die kompletten Decklisten der vier vorkonstruierten Decks ans Tageslicht gezerrt! Damit nicht genug kann man seit gestern die Decks in leicht abgewandelter Form (und 1 gegen 1 statt im Multiplayer-Modus) bereits auf Magic Arena zocken!

Und dann wäre noch dieses Video:

Die meisten Infos haben wir euch oben schon vorgekaut aber zwischen all den OMGs und WTFs finden sich die Standard-Sets für das komplette Jahr 2020, hier in einer übersichtlichen Grafik nach Quartalen sortiert:

Ihr wollt lieber neue Karten statt nichtssagende Editons-Namen und Symbole? Gibt es auch. Hier entlang. Eine offizielle Kartengalerie von Wizards gibt es zwar nun aber die ist noch leer, weist aber wenigstens auf den großen, bösen Wolf der Edition hin, der schon im Video oben für den ein oder anderen Snack zu haben war.

Rest in Pumpernickel, Lebkuchen-Mann!! We hardly knew you!

4. September 2019

Eldraine Amuse Bouche – Erste Karten des neuen Sets! *Aktualisiert*

Während viele von uns selig schlummerten und von M20 First Picks beim nächsten FNM Draft träumten, lüftete Wizards den Throne of Eldraine Schleier und offenbarte die ersten Erbsen, die sich unter dem Matratzenstapel verstecken. Keine schlechte Art aufzuwachen, auch wenn die Sage eigentlich anders lautet.

Es folgen Spoiler zur neuen Edition. Wer sich die Freude des Nichtwissens und die damit verbundene Überraschung bis zu den Thron von Eldraine Prereleases nicht nehmen lassen möchte, sollte ab hier die Augen und/oder den Browser schließen.

Zur Überbrückung, und um unbeabsichtigtes Zeigen wesentlicher Informationen zu vermeiden, man will ja nix verderben, wäre an dieser Stelle ein Trailer zur neuen Edition nicht verkehrt, wie es ihn sehr effektiv zu War of the Spark gab, aber Pustekuchen. Stattdessen nehmen wir das nächstbeste, eine Folge Doctor Snuggles aus den 80ern.

Update: Als hätte man uns erhört, gibt es mit nur einem halben Tag Verspätung einen Trailer, der sich sehen lassen kann und wahrlich Hunger auf mehr macht:

Jetzt aber rein ins Vergnügen. Einige Karten werden merkwürdig aussehen (eine ist gar doppelt), diese sind dann die besonderen Varianten, wie sie in den Sammlerboostern zu finden sein werden. Wie immer kann man eine Karte anklicken, um eine größere Version zu sichten.

Was die Fähigkeit von Flaxen Intruder und dem Lovestruck Beast macht, ist noch unbekannt. Bekannt hingegen ist die Fähigkeit des Food-Tokens. Ähnlich dem Treasure- oder Clue-Token handelt es sich beim Food-Token um ein Artefakt, welches sich für 2 farblose Mana opfern lässt, um 3 Lebenspunkte zu erhalten.

Auch hier ein Update: Am Beispiel des Lovestruck Beasts kurz erklärt: Man kann die untere Fähigkeit („Heart’s Desire“) als Hexerei für G wirken und entfernt die Karte dadurch aus dem Spiel. Wenn die Karte so aus dem Spiel entfernt wurde (nicht durch Effekte wie Swords to Plowshares!), kann man die Kreatur für ihre normalen Kosten (2G) aus dem Exit spielen. Dies muss nicht im selben Zug geschehen, weswegen da „later“ steht.

Wir haben die Erbsen unter der Matratze entsorgt und legen uns jetzt wieder bis zu den nächsten Spoilern hin. Wir werden nicht alle Karten im Blog posten, aber auf gelegentliche Highlights hinweisen. Bis WotC seine eigene Spoiler-Seite an den Start bringt, sei auf Scryfall verwiesen, die wohl nie schlafen und immer up-to-date sind, Erbsen hin oder her.

30. August 2019

Einsteigerfreundliches Draften – Erste Schritte, Erste Picks

In dieser Woche reihen wir eine weitere Perle nahtlos auf die Kette, die da heißt Einsteigerfreundliches Draften.

Gemäß dem Motto, wer macht, der lernt, und dem anderen vermurksten Motto, fünfzehn Bilder sagen mehr als 1.000 Worte, geht es in der heutigen Ausgabe um den ersten Booster und den Gedanken, die man sich machen kann, während man darüber sinniert, welche der 15 Karten als erste im poteniziellen Deck landen wird.

Zu diesem Zweck haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut und sechs Core Set 2020 Booster Packs geöffnet (sieben wären selbst uns zu dekadent; es hilft, dass wir Einzelkarten auf MKM verticken</schleichwerbung>). Diese gehen wir einzeln durch, um nach einigen Vorüberlegungen die Frage aller Fragen zu beantworten: Welches Schweinderl hätten’s gern?

Optimalerweise klärten wir in der letzten Woche bereits, welche präferabel, zweifarbigen Strategien im M20 Draft Zuhause sind. Das wird uns den ein oder anderen Absatz ersparen, da wir die 2-Farben-Taktik stumpf durchziehen. Noch bevor wir die erste Karte überhaupt gesehen haben, können wir also die nächste Frage formulieren: In welches Deck passt die Karte?

Bevor nun euer Geduldsfaden reißt wie die Verbindung eures Mobilfunkanbieters, geht’s stante pede in den 1. Booster.

(Klickt auf eine Karte, um die größere Version zu sehen)

Wir gleiten sanft ins Geschehen und halten den Ball entsprechend flach. Basierend auf der vielfach gepriesenen 2-Farben-Strategie scheint ohne Umschweife das Risen Reef ein potenzieller Kandidat für den ersten Pick zu sein.

Klappert man die zuvor empfohlene Pick-Reihenfolge ab, finden sich weder Karten, die Kreaturen zerstören (Shock nur bedingt, da man damit meist nur Zeug erwischt, was meist vernachlässigbar ist), auch keine Kreaturen mit guten Evasion-Fähigkeiten, die also dank Flying oder Menace nur schwer geblockt werden können, so dass man im Reiter „Kartenvorteil-Erzeuger“ landet. Hier ist das Risen Reef der Superstar, der Held aller Helden und klarer First Pick, wie man im Fachjargon sagt. Dass er die in M20 oft vertretene Elemental-Strategie unterstützt, wie kein Zweiter, ist ein weiteres Indiz. Es ist zudem eine Uncommon, ein Kartentyp, den man statistisch seltener antreffen wird und den man bereits früher aus dem Booster picken will.

Doch wir wollen uns Fragen stellen und da die wichtigsten beiden (welche Karte, welches Deck) bereits gestellt und beantwortet wurden, kann man sich der Frage widmen, welche Karte aus dem Booster vielleicht noch im Deck landet.

Der Booster wird einem schließlich ein zweites Mal unter die Augen kommen. Es ist abwägbar, welche Karten im weiteren Verlauf von den Mitdraftern gepickt werden und kann so eine Prognose wagen. Dazu reicht es bis sieben zu zählen und gedanklich die Karten abzustreichen, die aufgrund ihrer Qualität von den anderen am Tisch gepickt werden. Dies setzt ein wenig Erfahrung voraus, aber am Anfang reicht es, die nächsten sieben „guten“ Karten zu nehmen (unabhängig von der Karte, die man selbst nahm).

Im obigen Booster wären dies vermutlich: Temple of Mystery (einen Rare-Drafter gibt es immer am Tisch), Overcome, Raise the Alarm, Frost Lynx, Winged Words, Shock, Keldon Warrior. Bleiben Ferocious Pup und Mammoth Spider. Zwar keine Elementals, aber da sie Kartenvorteil erzeugen, bzw. sehr gut gegen die Unmengen an Fliegern im Format einsetzbar sind, auch nicht die schlechtesten Picks. Sollte man das Overcome oder gar den Frost Lynx tablen (so bezeichnet man es, wenn man eine Karte aus dem Startbooster wieder vor sich sieht, da sie einmal um den Tisch/Table ging), ist Party-Alarm angesagt.

First Pick: Risen Reef

Erneut grüßt das Risen Reef, diesmal nicht nur in Gesellschaft von Lightning Stormkin, einem weiteren 2-Farben-Fürsprecher, des dedizierten, rot-blauen Flieger-Decks, sondern auch von premium Removal (also Karten, die Kreaturen „zerstören“) wie Pacifism, Agonizing Syphon und Plummet (das wir nur erwähnen, um dagegen zu warnen; es gibt massig Flieger, nur will man keine Karte spielen, die eventuell kein Ziel findet, es ist also reines Sideboard-Material).

Nachdem wir es oben bereits derart gelobt haben, ist klar, dass das Reef den Stormkin übertrumpft. Wie verhält es sich mit dem Removal? Pacifism hat gegenüber dem Syphon den Vorteil, dass es mit jeder Kreatur unabhängig von der Wiederstandskraft fertig wird. Klar kann es entfernt werden, aber Disenchants sind aus gutem Grund (dem Mangel an Zielen) selten in Decks und Thrashing Brontodon ist eine Uncommon, sollte also ebenfalls nicht häufig angetroffen werden. Fürs Syphon spricht, dass es bei Bedarf auf Spieler angewendet werden kann, ein Umstand, der für gewöhnlich aber nicht häufig vorkommt.

Bleibt es also beim Vergleich zwischen Pacifism und Risen Reef, was uns zur nächsten Frage bringt: Wie fest will man sich beim ersten Pick legen? Tendieren wir zum Reef, bedeutet dies, dass wir relativ sicher in Grün und Blau sind. Dies hat den Nachteil, dass für uns im weiteren Dratfverlauf plötzlich drei der fünf Farben aus den Boostern verschwinden, da sie für unser Deck wertlos wurden.

In Situationen wie im ersten Beispiel-Booster kann dies ohne Zögern gemacht werden, weil es ein Risiko ist, welches durch die Qualität der Karte im Vergleich zu den anderen Optionen im Booster relativiert wird. Hier hingegen, gibt es mit Pacifism eine brauchbare Alternative, die den Vorteil hat, dass man flexibler gegenüber den kommenden Picks bleibt. Es stehen neben Weiß noch alle Farben auf dem Menü.

Das Reef wird dennoch der bessere Pick sein, einfach weil es in Kombination mit anderen noch zu pickenden Karten die nettere Figur macht und im Endeffekt ein hoffentlich synergisches Deck gedraftet wird.

First Pick: Risen Reef oder Pacifism

Endlich mal eine Mythic Rare, der Cavalier of Flame, eine nette Kreatur mit einem netten Effekt, das sollte ein kurzer Abschnitt werden.

Eigentlich ja. Mit Reduce to Ashes ist zwar die perfekte Antwort gleich mit im Booster, aber nur weil der Cavalier fünf Mana kostet, muss man ihn ja nicht direkt im 5ten Zug auspielen. Wenn man sieben Mana auf dem Tisch und vielleicht ein, zwei Länder noch auf der Hand gesammelt hat, ist er gleich um einiges effektiver. Plötzlich wird es zum 7/5 Haste-Elementar, das zwei Karten zieht, wenn es ins Spiel kommt, und mindestens zwei Schaden macht, wenn es das Spiel wieder verlässt.

Doch selbst hier kann man ins Grübeln kommen. Die Frage nämlich, welche Karte der Nebenmann aus dem Booster picken wird, nachdem wir uns den Cavalier gönnten, hat zwar für den ersten Booster (weil wir die Fütternden sind) keinerlei Relevanz, wird aber im zweiten Booster zum Alpha und Omega. Im zweiten Booster bekommt man von dem Spieler zur Linken nämlich die Karten gereicht und die Entscheidungen, die er im ersten Booster traf, fallen auf uns zurück. Das lässt sich nur bedingt beeinflussen, aber die sogenannten Signale, die man weitergibt (so wie die, die man von seinem Vordermann zur Rechten im ersten Booster erhält, die für den dritten Booster wieder relevant werden), können und sollten gedeutet werden. Wir veranschaulichen das näher im nächsten Booster.

First Pick: Cavalier of Flame

Um nun zu vermeiden, dass einer der beiden Nebendrafter (zur Wiederholung: der Rechte beeinflusst Booster 1 und 3, der Linke das zweite Pack) in denselben Farben wie man selbst landet (weil sich dadurch die eigene Kartenqualität verbessert), kann man entweder versuchen, sie mit entsprechenden „Geschenken“ in eine Richtung zu lenken oder durch gezielte „Entnahmen“ davon abhalten dieselbe Ausfahrt zu nehmen.

Die Auswirkung der Entnahmen lassen sich dabei nicht alleine durch den ersten Pick bewerkstelligen. Diese kristallisieren sich erst im Verlaufe des Drafts heraus und sind ohne die Mithilfe (entweder aktiv, weil sie auf Signale achten, oder passiv, einfach weil sie stur zwei Farben draften, was man einfach mitbekommt) der Nebendrafter kaum zu realisieren. Deswegen konzentrieren wir uns auf die Geschenke.

Nehmen wir im Booster hier statt einer der drei schwarzen Karten (über die man sich als Schwarz-Spieler immer freuen wird) das Rabid Bite, um wie beim Pacifism oben flexibler zu bleiben ohne zu sehr an Qualität einzubüßen, signalisieren wir dem Spieler, der die Karten als nächstes erhält, dass wir unter anderem auf eine schwarze, spielbare Rare verzichtet haben und stattdessen eine unbekannte Common oder eine Foilkarte mit unbestimmter Seltenheit pickten. Es könnte eine schwarze Common sein, Murder offensichtlichstes Beispiel, was aber unwahrscheinlich ist, da wir ja diese Blog-Reihe lasen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Schwarz also nicht angefasst haben, ist hoch, so dass sich unser Nebenmann dafür entscheiden könnte. Er wüsste nun relativ sicher, dass er von uns problemfrei weitere schwarze Karten erhält und wir haben den Vorteil, dass wir im zweiten Booster aus seiner Richtung zwar keine schwarzen Karten, aber freizügig Geschenke von mindestens drei anderen Farben erhalten. Ein Konflikt wurde vermieden und alle sind glücklich.

Selbst wenn der andere keinen Plan von Signalen hat, dürfte die schwarze Rare der sprichwörtliche Wink mit dem Zaunpfahl sein. Es ist also zum einen abzuwägen, wie gut der Spieler ist, zum anderen aber auch, ob es sich für einen selbst lohnt. Wäre anstatt des Embodiment of Agonies zum Beispiel der Cavalier of Night im Pack, sähe die Sache anders aus. Man opfert (pun intended) zu viel Qualität, um den Spieler zu beeinflussen.

Das Thema „Signale“ ist ein komplexes, zu dem man Traktate von Freud’scher, Kant’scher und zum Teil Kafkaesquer Quali- wie Quantität verfassen könnte, was wir weder wollen noch beabsichtigen. Wir belassen es also vorerst bei diesen Absätzen, werden es aber gelegentlich aufgreifen. Bis dahin zwei Gedankenexperimente, die man selbst durchkauen kann:

Finale Floskeln

Nachdem der Grundstein nun wortwörtlich gelegt ist, der erste Pick wurde gleich viermal gemacht, seid ihr an der Reihe. Bis es nächste Woche mit einem kompletten Draft weitergeht – so die Technik will – könnt ihr euch an den beiden folgenden Boostern selbst versuchen. Wir haben zuunterst eine passende Kommentarfunktion. Wer es uns also gleichtun möchte, kann seine Ideen zu den Boostern öffentlich unter dem Text hier preisgeben.

Bonus Booster #1
Bonus Booster #2

26. August 2019

Planbare Prereleases zur Thron von Eldraine-Edition

Anfang Oktober (der 4. to be precise) steht eine neue Magic-Edition ins Haus. Der Thron von Eldraine soll bestiegen werden und wenn das kein Grund zum Singen und Feiern ist, dann wissen wir auch nicht.

Der Partybus fährt bereits am Prerelease-Wochenende Ende September (inkl. des Freitags also vom 27. bis zum 29.) ab und wir haben heute die Voranmeldungen zu unseren Events gestartet.

Die Termine im Einzelnen:

  • Freitag, 27. September, 15 Uhr – Single Sealed
  • Freitag, 27. September, 19 Uhr – 2-Headed Giant Sealed
  • Samstag, 28. September, 11 Uhr – Single Sealed
  • Samstag, 28. September, 15 Uhr – Single Sealed

Weitere Details wie immer auf unserer Veranstaltungs-Seite. Voranmeldungen per Mail, telefonisch und im Laden möglich. Die Plätze sind begrenzt, wir empfehlen also schnell zu handeln!

Wir werden die in Kürze beginnenden Previews hier im Blog wiederkäuen. Bis es soweit ist, haben wir die passende Hymne aus Muttis Plattenschrank gekramt, die eine gelungene musikalische Untermalung fürs Feiern und gerade fürs Mitsingen liefert. So ein neues Set will schließlich gebührend eingeläutet werden!

16. August 2019

Einsteigerfreundliche Drafts – Zweisamkeiten

Nach der ganzen Theorie der letzten Wochen, wollen wir ab dieser Woche in media res gehen, wie die Römer seinerzeit sagten, also mitten ins Vergnügungszentrum, wie man unsererzeit leider viel zu selten von sich gibt.

Thema ist immer noch der Draft, genauer der mit Core Set 2020, wie er heute Spät-Nachmittags wieder in unzähligen Hobbystores zelebriert wird. Dieser eignet sich für unsere didaktischen Zwecke aufgrund seiner mangelnden Komplexität am besten. Die Fähigkeiten sind überschaubar, das Board ist nicht Planeswalker-überbevölkert und es reiht sich fast nahtlos in das bisher Erlernte ein – so als hätten wir’s geplant – weil die vielfach gepredigte Zweifarbigkeit in den Mittelpunkt bugsiert wird.

Was eigentlich explizit draften?

Generell gibt es zwei Herangehensweisen. Wir draften entweder nur gute Karten, in der Hoffnung, dass die damit verbundene, individuelle Qualität ausreicht, dem Gegner das Gewinnen zu erschweren. Oder wir draften ein Deck mit Synergien und kleineren Combos, die ein qualitativ hochwertiges Ganzes ermöglichen. Beide Strategien haben ihre Vor- und Nachteile. Für den Beginner ist letztere vorteilhafter, weil nicht die zu Beginn schwer zu beantwortende Frage, was ist letztlich gut, im Vordergrund steht, sondern die Frage, welche Decks gibt es eigentlich.

Nun entwirft Wizards seine Sets netterweise weniger im Stile von Look at me, I’m the DCI sondern mit genau dieser Fragestellung im Fokus. Sie erzählen einem sogar vorher davon und es gibt im Set genug Anhaltspunkte, so dass man schnell erkennt, aus welcher Richtung der Wind weht.

Waren es in den vergangenen beiden Ravnica-Sets zum Beispiel noch die Gilden, die bestimmten, wo es lang ging, sind es im Core Set 2020 alle zehn Zweifarbkombinationen, die sich für ein Draftdeck eignen. Damit nicht genug, finden sich gleich zehn Uncommons, welche optimal für das jeweilige Deck sind und einem bereitwillig den Weg weisen:

Corpse Knight
Creeping Trailblazer
Empyrean Eagle
Ironroot Warlord
Lightning Stormkin
Moldervine Reclamation
Ogre Siegebreaker
Risen Reef
Skyknight Vanguard
Tomebound Lich

Jede dieser Karte stellt eine valide Strategie für ein Draftdeck dar und man muss nicht mal die Karte selbst im Deck haben, um damit gegen andere bestehen zu können (wobei es schon hilft). Es braucht auch keine fetten Rares, meist kommt man mit Commons und Uncommons gut über die Runden und Wizards hat dafür gesorgt, dass in der M20 Setliste eine gute Mischung vertreten ist.

Wir machen dies nun am Beispiel zweier der zehn Karten deutlich (für eine Dritte sei auf das Siegebreaker-Deck der letzten Woche, sowie auf den letzten Absatz in diesem Text verwiesen).

Corpse Knight & Ironroot Warlord

Die beiden teilen sich nicht nur eine Farbe sondern sind sich, was die mit Ihnen verbundene Strategie betrifft, sehr ähnlich, wobei es einen bedeutenden Unterschied gibt, nämlich wie gewonnen wird.

Der Corpse Knight ist in der Lage das Spiel sozusagen aus der Ferne zu gewinnen. Theoretisch kann man mit ihm auf dem Feld gewinnen ohne den Gegner jemals angegriffen zu haben. Dies ist mühsam, zeitlich aufwändig und somit weniger empfehlenswert, aber eben eine Möglichkeit. Karten wie Sorcerer of the Fang, Vampire Opportunist und selbst Epicure of the Blood unterstützen diese Herangehensweise.

Der Ironroot Warlord gewinnt Spiele in dem das Board mit Kreaturen und Token übervölkert wird. Die Masse macht’s, und statt dem Gegner nach und nach die Lebenspunkte zu nehmen, wird es meist ein singulärer, finaler Angriff sein, der dem Gegenspieler das Licht ausknippst. Hier sind es Overcome, Inspiring Captain, bzw dessen Inspired Charge, die helfen den Schalter zu finden.

Doch zurück zu den Gemeinsamkeiten, wie den Tokens. Weiße Karten wie Raise the Alarm, Master Splicer und multiple Kopien von Battalion Foot Soldier machen in beiden Decks eine gute Figur. Schwarz hat mit Boneclad Necromancer sowie dem Undead Servant im Common-Slot die passenden Grundsteine, während Grün weniger gut bestückt scheint, aber noch Ferocious Pup und Howling Giant präsentieren kann. Beide Farben freuen sich über Pattern Matcher, der zwar keine Spielsteine mitbringt aber dafür sorgt, dass die Flut an Kreaturen nicht abnimmt. Zudem ist er/sie/es ein Golem und wird wiederum vom Master Splicer gepumpt.

Diese scheinbar zufälligen Synergien sind nicht selten. Ein Griffin Protector freut sich zum Beispiel sehr darüber, wenn mehr als eine Kreatur ins Spiel kommt, mit einem Raise the Alarm in der Hinterhand holt man plötzlich ein Air Elemental vom Himmel. Groß zur Schwarz-Weißen Deckstrategie beitragen wird er aber nie, wobei er zwischendurch bereits an den Lebenspunkten des Gegners nagen kann.

Wir haben uns auf die Commons und Uncommons beschränkt, da man diese eben häufiger antreffen wird. Im Rare-Bereich sind exemplarisch Hanged Executioner, Dread Presence sowie Wakeroot Elemental zu nennen. Die machen auf sich alleine gestellt bereits einen hervorragenden Eindruck und werden unabhängig der Strategie immer ihren Platz im Deck finden, füllen zudem gleichzeitig die Rolle als Bombe plus Support, die einem Deck eine gewisse Note und Qualität verpassen können.

Aller guten Dinge sind Zwei

Der ein oder andere wird sich jetzt vermutlich fragen, wieso nicht dreifarbig spielen und das beste aus beiden Welten in einer vereinen? Ohne Frage bilden Ironroot Warlord und Corpse Knight ein ideales Team. Jede Aktivierung des einen triggert die Fähigkeit des anderen, da braucht es nicht lange, bis der Gegner einschiebt.

Dieser Umstand ist gewollt und wurde von Wizards mit Blick auf den Draft so im Set verwirklicht. Schaut man sich die anderen Kombinationen an, wird man viele davon zusammenstecken können. Skyknight Vanguard hätte im obigen Beispiel sowohl den Warlord als auch den Corpse Knight ersetzen können. Dass Risen Reef, Creeping Trailblazer und Lightning Stormkin alle Elementals sind, ist ebenfalls kein Zufall. Meist gibt es sogar eine farblich passende, drei-farbige Mythic Rare (wobei hier verraten werden kann, dass im Draft nur Omnath, Locus of the Roil eine gute Figur machen wird).

Dennoch bleiben wir dabei, dass zweifarbig die für Draft-Anfänger sinnvollste Strategie ist. Man lernt zum einen, wie man ein brauchbares Deck draftet (und wir hoffen, der heutige Text hilft dabei). Viel wichtiger aber lernt zum anderen, die Finger bei sich zu behalten. Öfter erlebt man Spieler am Tisch, die nach dem Draft mit trüben Blick vor ihren Karten sitzen und sich wundern, wie sie daraus denn noch was spielbares zaubern können. Zu häufig sind sie während des Draft vom Eigentlichen abgewichen. Da wurde hier mal eine dritte Farbe genommen, da mal eine Karte, die zwar qualitativ hochwertig ist aber gar nicht ins Konzept passt, und am Ende hat man nix halbes und nix ganzes. Das kann und sollte man vermeiden.

Auch im Hinblick auf spätere Konzepte, wie Hatepicking, Splashes oder das sagenumwobene 5-Color Goodstuff Deck, ist es sinnvoller, dass man erstmal sicher auf zwei Beinen steht, bevor man sich an den komplexeren Disziplinen versucht. Ergo brav zweifarbig bleiben.

Hellsicht

Nachdem wir heute aufzeigten, welche Strategien es zu verfolgen gibt, zoomen wir in der nächsten Woche näher heran und gucken tiefer ins Glas, um die Frage nach der Qualität der einzelnen Karte, die sich stets auf die Pickreihenfolge (quasi was wann aus den Boostern genommen werden sollte) auswirkt, zu beantworten. Bis dahin empfehlen wir einen Blick auf den M20 Spoiler zu werfen und ihn mit den oben genannten zehn Karten im Hinterkopf tiefergehender zu studieren.

Es ist sehr aufschlussreich und interessant was einem dabei alles auffällt. Im letzte Woche geposteten Deck versteckten sich zum Beispiel ein Heart-Pierce Bow sowie ein Retributive Wand im Sideboard. Während der Wand zu teuer ist (und sowohl Destructive Digger als auch Reckless Air Strike fehlte), hätte der Bow in Verbindung mit dem Duo Ogre Siegebreakers ganze Arbeit leisten können. Die Qualität der anderen Karten war definitiv zu hoch, so dass für den Bow kein Platz war, doch das ist definitiv ein Luxusproblem, welches man nicht in jedem Draft haben wird.

14. August 2019

Ringelpiez mit Anfassen – Details zum Commander 2019 Event

Der Release der Commander 2019 Decks am 23. August ist wahrlich ein Grund zum Feiern und zum Tanzen!

Die Decklisten sind nun alle bekannt (neue Karten finden sich hier, weil Wizards die irgendwie nicht anzeigt) und der Inhalt kann sich sehen lassen. Über den erhöhten Preis haben wir uns an anderer Stelle bereits die Finger wund getippt, also lenken wir unser Augenmerk auf das Commander Weekend (am 24. und 25. August; bei uns am Samstag, den 24.), das einen Tag nach dem Release eingeläutet wird.

Wizards und wir laden dazu ein, die frischen Commander Decks in einem speziellen Format Probe zu fahren. Statt mit nur einem Commander darf man, so man mindestens eins der neuen Decks sein Eigen nennt und damit spielt, alle drei relevanten Legenden des Decks als Commander nutzen. Da wird es eng in der Command Zone!

Als wäre dies nicht genug – und hier kommen wir zum Ringelpiez (und zum Anfassen) – hat sich Wizards ein Sextett an Bedingungen ausgedacht, für deren Erreichen man mit netten Preisen belohnt wird:

  • Wirke in einem Zug drei Spontanzauber und/oder Hexereien.
  • Wirke einen Planeswalker und eliminiere einen gegnerischen Planeswalker in derselben Partie.
  • Sage den Anekdotentext in der Stimme deines Kommandeurs auf.
  • Wirke deinen Kommandeur fünfmal in derselben Partie.
  • Greife zwei oder mehr Gegner während eines einzigen Angriffs an.
  • Biete deinem Gegner ein „High Five“ an, wenn ihr beide zwei legendäre bleibende Karten kontrolliert.

Teilnahme ist kostenfrei (so ihr mindestens eins der Commander Decks bei uns erworben habt und damit spielt) und gezockt wird in fröhlichen Multiplayer-Runden von 11 Uhr früh bis 15 Uhr spät!

Also kommt vorbei!

9. August 2019

Einsteigerfreundliche Drafts – Die Kurzfassung

Wir haben für unser Werk zur IKEA-Methode aus der letzten Woche leider nicht nur Lob kassiert. Es soll nicht alles wiedergekäut werden, aber wie in schlechten Witzchen von Mario Barth scheint die Länge eine prominente Rolle zu spielen. Kennste, ne?

Zu lang, zu ausgeleiert, zu selbstverliebt (moi?), wer soll sich das denn alles merken, die Regelauslegungen zu Banding wären a) kürzer und b) einfacher zu verstehen, einer ist gar zweimal kurz eingenickt und eine letzte wiederum hat sich dagegen entschieden den Text auszudrucken, da sie befürchtete, dass dies der Umwelt und unserem Planeten den letzten Rest geben würde (Mütter können so gemein sein), etc.

Deswegen hier die verkürzte Version im Checklisten-Format. Die lässt sich bedenkenlos ausdrucken und man hat alles Wissenswerte in der Hand, um die ersten Drafts zu bestreiten.

Karten picken
  • maximal zweifarbig
  • gute Karten picken:
    1. Karten, die Kreaturen zerstören
    2. Kreaturen mit Flying, Deathtouch, Menace
    3. Karten (bevorzugt Kreaturen), die Kartenvorteil erzeugen
  • Manakosten beachten; Bedarf für Deckbau:
    • 1 & 2 Mana: 5 – 7 Karten
    • 3 Mana: 5 – 7 Karten
    • 4 Mana: 4 – 6 Karten
    • 5, 6, 7+ Mana: insgesamt 3 – 6 Karten
  • zwischen den Boostern gepickte Karten checken!
Deck bauen
  • 40, maximalst 41 Karten
  • 17 Länder – exakt!
  • 16 – 20 Kreaturen bzw. Karten, die Kreaturen erzeugen
  • 3 – 7 Nicht-Kreaturen Karten
  • Manakosten, siehe oben
Fertig

Da ist sie nun, die „Erfolgsformel“ im Spickzettelformat für die ersten Drafts. Mit mehr Draft-Erfahrung werdet ihr von den oben genannten Zahlen abweichen, aber ich empfehle mindestens eine Hin- und eine Rückrunde mit diesem Kader.

Wie wiederholt angekündigt, werden wir – immer wieder Freitags vermutlich, weil dann draften wir im Store – weitere Texte zum Thema bringen. Bis dahin ein Blick auf ein Core Set 2020 Draft-Deck, gegen das letzte Woche die Gegner jeweils den Kürzeren zogen und welches sich sehr nah an der Formel orientiert:

Rot & Schwarz M20 (40)
Vampire of the Dire Moon
Mask of Immolation
Blood Burglar
Ember Hauler
Sorcerer of the Fang
Pack Mastiff
Marauder’s Axe
Audacious Thief
Barony Vampire
Glint-Horn Buccaneer
Murder
Soul Salvage
Ogre Siegebreaker
Keldon Raider
Chandra’s Outrage
Agonizing Syphon
Gruesome Scourger
Mountain
Swamp

7. August 2019

Auf der Mauer, auf der Lauer…

Wie gut, dass Ferien sind. Wir haben unsere Öffnungszeiten für die menschenleere Zeit angepasst und auch sonst scheinen die Aktivitäten zwischen abkühlen und chillen zu schwanken.

Wäre da nicht der Commander 2019 Release. Wizards heizt uns in dieser Woche mit den Decklisten ein, die im täglichen Rhythmus auf der hier verlinkten Seite in die Sonne gezerrt werden. Gestern war es das komplette Morph-Deck, heute das Flashback-Deck und zwischendurch wirft man Karten wie die folgende unter die Leute:

Da heißt es Wasser Marsch! Der Körper weiß nicht recht ob er sabbern oder schwitzen soll, dass es nach Regen aussieht fördert die Verwirrung…

Bleibt nur „Refresh, Refresh, Refresh!“ Und zwar die folgenden beiden Webseiten: Die Spoiler-Seite zu Commander 2019 von Scryfall und die Seite von Wizards mit den Decklisten. Da gibt es auch Videos von Leuten, die euch die Karten vorlesen, wenn ihr es mit dem Chillen zu genau nahmt.