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Gab

15. November 2019

Märchenhaftes Draften: Triangulation

Bevor wir zu den Splashes kommen, machen wir einen Abstecher ins antike Griechenland, ersetzen den Schierling des Sokrates durch Pfeffeminztee und besprechen mit ihm im Hinterkopf drei Draft-Prinzipien, die versuchen die uralte Frage zu beantworten: „Was ist gut?“

Die Frage stellt sich mit jedem Pick, bei jeder Karte und mit jedem Deck aufs Neue und die Antwort wird Klischee-bedingt jedesmal eine andere sein, wobei sich durch Erfahrung Abkürzungen finden lassen. Statt eine genaue Wegbeschreibung liefern zu können, deuten wir quasi in drei verschiedene Richtungen. Die erwähnten Prinzipien werden aber hilfreich sein, dass man am Ende doch irgendwo angelangt.

B.R.E.A.D.

Was sich liest wie ein Videokassetten-Cover eines 80er Jahre Direct-to-VHS Komödien-Klassikers mit Chris Farley und Eddie Murphy als rivalisierende Bäcker mit Herzen aus Gold, die vom FBI angeheuert werden, um einen Ring von „Mehl“-Lieferanten aufgehen zu lassen (Drehbuch erhältlich auf Anfrage), ist – wie das gerade dargelegte Filmszenario – schon etwas in die Jahre gekommen.

Das Akronym bedeutet:
Bomben
Removal
Evasion
Aggressives
Dreck

und beschreibt eine Reihenfolge in der Karten im Draft zu picken sind. Einigen wird diese Auflistung bekannt vorkommen, da sie hier im Blog in leicht abgewandelter Form bereits angerissen wurde. Wir gehen die einzelnen Punkte dennoch kurz durch:

Bomben – Alles was supergut ist. Die Qualität superguter Karten ist auch für unerfahrene Drafter leicht zu erkennen. Das sind die Garruks und Questing Beasts, die Murderous Rider und Bonecrusher Giants. Kartenvorteilsmaschinen, Gamechanger, MVPs – wenn es Poster zu Sets geben würde, würden diese drauf abgebildet werden.

Removal – Karten, die Kreaturen zerstören. Gerne in multiplen, aber ein 1-zu-1 Abtausch ist selten verkehrt. Es sollte gelegentlich auf die Manakosten geachtent werden da alles über vier Mana in der Grauzone landet. Schafft man es weniger Mana auszugeben als die Kreatur selbst kostete, ist dies ein gutes Zeichen.

Evasion – Schlecht blockbare Kreaturen. Flieger, Bedrohliches, sollte Shadow jemals wiederkommen, dann sowas. Beim Draft sind Kreaturen Trumpf. Spiele werden übermäßig im Kampf entschieden, wobei es entscheidend und paradoxer Dinge vorteilhaft ist, wenn es dabei nicht wirklich zum Kampf zwischen Kreaturen kommt. Ein 2/2er, der Runde für Runde an den gegnerischen Massen vorbeischleichen kann, um den Gegner eine Schelle zu verpassen, ist zwar keine Bombe, aber ein nicht zu verachtendes Puzzleteil im Siegesplan.

Aggressives – Effektive Kreaturen & Sprüche. Manakosten sind relevant und wenn etwas etwas für weniger macht, so weiß nicht nur die freie Marktwirtschaft, muss das nicht besser sein, aber dafür ist es billig und kommt ab in den Warenkorb. Hier geht es um Karten, die viel für wenig Mana machen (ein 2 Mana 3/3er wäre ein gutes Beispiel, Unsummon und Giant Growth wären zwei weitere).

Dreck – kann ignoriert werden, was wir alleine schon aus Platzgründen gerne machen.

Mit dieser Liste ausgerüstet vorm Drafttisch sitzend, könnte man loslegen und hätte am Ende was brauchbares in der Hand. Das B.R.E.A.D.-Prinzip hilft einem bei der Reihenfolge, sagt aber letztlich nichts darüber aus, welche Karte denn zBsp nun eine Bombe ist. Deswegen ziehen wir weitere Thesen und Theorien in Betracht.

Quadranten Theorie

Um eine Bewertung der Karten anhand ihrer Nützlichkeit in diversen Situationen, die beim Draften und vor allem beim späteren Deckbau nützlich sein kann, geht es beim zweiten Kandidaten.

Der Name verrät bereits, dass vier dieser Situationen, die den vier möglichen im Magic entsprechen, eine quadratisch, praktisch, gute Rolle spielen. Diese wären:

Anfangsphase – Karten, die in den ersten zwei bis drei Züge eines Spiels relevant sind und einen nach vorne bringen. Dies sind meist 2-Drops (einfach weil der Gegner ebenfalls welche haben wird) oder Manabeschleunigung, bzw. -Fixing.

Patt – Wenn sich beide Spieler über den Tisch hinweg anschauen und keiner mit seiner Kreaturenhorde zuerst angreifen will, braucht es Karten (meist reicht eine einzige), die diesen Stall brachen. Dies können Overrun-ähnliche Effekte sein, oder ein zufälliger 1/3er, der für Mana eine Kreatur unblockbar macht.

Siegessicher – Alle Ampeln stehen auf grün, der Wagen ist vollgetankt, die Sonne strahlt, das Radio ist defekt und spielt nur diesen einen Song der Proclaimers, sprich besser geht’s nicht, wie bleibt man also am besten im Vorteil? Natürlich indem man verhindert, dass der Gegner einem ein Bein stellt. Dies kann erneut Removal sein, ein gelegentlicher Counterspell aber oder ein gekonnt angebrachter Bounce-Effekt wirken ebenfalls Wunder.

Auf der Verliererstraße – Das Gegenpol zum vorigen Viertel. Hier liegt man bereits am Boden, die Lebenspunkte fallen schneller als die Temperaturen derzeit und das gerade gezogene fünfte Land wird es nicht bringen. Da braucht es mehr Oomph. Karten, die mehrere Kreaturen vom Spielfeld entfernen (sei es dauerhaft, temporär durchs globale Wegtappen, oder zurück in des Gegners Hand) hätten genau das.

Eine Karte wird nun dahingehend betrachtet, wie sie in den jeweiligen Situationen abschneidet. In je mehr sie glänzt um so besser ist sie und um so sicherer sollte sie ihren Weg ins Deck finden. Je nachdem welches Deck man baut, verschiebt sich der Fokus ein wenig (aggressive Varianten – exemplarisch – werden ihr Augenmerk gerade auf die Anfangsphase richten).

Es ist ein besonderer Bonus dieser Theorie, dass man den oben getitelten „Dreck“ leicht findet. Eine Karte, die in keinem der Quadranten einen, sei es auch noch so gekrümmten Daumen nach oben erhält, sollte im Booster bzw später im Sideboard bleiben.

Im Zweifel die Uncommon

Das letzte Prinzip haben wir uns beim Schreiben aus den Fingern gesogen, weswegen es noch keinen hochtrabenden Titel trägt. Es beruht auf der quasi-religiösen Ansicht, dass das Zeug ja irgendwoher kommen muss, ergo gibt es einen Designer (sprich Wizards) und der wird sich schon irgendwas dabei gedacht haben.

Es geht direkt zur Quelle und diese ist in Form des Chefdesigners Mark Rosewater recht mitteilungsbedürftig. So werden die Sets nicht nach Lust und Laune zusammengeworfen, sondern diversen Schemata unterworfen, die man sich als Drafter zu Nutze machen kann (siehe die Sache mit den Uncommon-Pärchen).

Das relevanteste dreht sich um die Seltenheit einer Karte. Wizards steuert damit die Frequenz in der Karten in den Boostern auftauchen und schafft es so – recht gut wie man ihnen zugestehen kann – die Draftumgebung, bzw. das Drafterlebnis eines Sets zu formen.

Seltenheit korreliert (wir verwenden hier vermutlich absichtlich den falschen statischen Begriff) dabei in zweierlei Hinsicht mit der Qualität einer Karte. Wenn eine Karte zu gut (ihr Effekt auf das Draftgeschehen wäre ungesund; man stelle sich Gilded Goose als Common vor) bzw. für den Draft zu schlecht ist (diese komischen Uncommon Discard-Sprüche in Schwarz, wie es sie mittlerweile in jedem Set gibt, oder auch viele der Mythic Finales aus War of the Spark), kann Wizards durch Anpassung der Seltenheit alles wieder ins Lot richten.

Aus dem letzten Absatz lässt sich nun das titelgebende Prinzip ableiten: Je besser, bzw. schlechter eine Karte für den Draft ist, um so seltener wird man sie sehen und um so eher sollte man sie – im positiven Fall – picken.

Wenn man also die Wahl zwischen zwei ähnlichen Karten unterschiedlicher Seltenheit hat, sollte man sich für die seltenere der beiden entscheiden (und sei es nur aus dem Grund, dass man sie seltener zu Gesicht bekommt und von der anderen Karte vermutlich später noch ein Exemplar abgreifen kann).

Dies müsste mit vielen Sternchen und dazugehörigem Kleingedruckten versehen werden (uns gingen am Ende die Klammern aus), aber das trifft auf alle besprochenen Prinzipien zu. Am Ende macht’s die Mischung.

Doch genug der drögen Theorie, Zeit für einen Hauch Praxis, den wir uns in der nächsten Folge ansehen. Da betrachten wir scheinbar zufällige Karten aus Throne of Eldraine anhand der heute besprochenen Prinzipien.

6. November 2019

Schnappbar – Günstige Weihnachtsgeschenk-Akquise

Wer nach günstigen Weihnachtsgeschenken für seine Magic- und Sammelkartenspielenden Mitmenschen sucht, muss nicht bis zum Sankt-Martinstag warten, damit ihm ein Licht aufgeht. Wir haben den Rotstift gezückt und die Preise einiger ausgesuchter Zubehör-Artikel halbiert (diese Angabe ohne Gewähr, es passte aber nett zum Sankt-Martinsbild)!

Vorwarnung: Die Verfügbarkeiten sind begrenzt und ein zeitnaher Kauf empfehlenswert. Dies auch in Anbetracht der Tatsache, dass wir mitten in der für den Handel so relevanten und arbeitsintensiven Weihnachtszeit sind, so dass es gerade bei Versendungen zu Verzögerungen kommen kann.

Die folgenden Artikel haben wir dauerhaft vergünstigt im Programm:

Blackfire Spielmatten mit Motiv

Die überaus gelungenen und stilvollen Spielmatten von Blackfire mit passenden Land-Motiven gezeichnet vom Magic-Künstler Svetlin Velinov.

Als besondere Aktion gibt es das Komplett-Set mit 5 verschiedenen Spielmatten mit eingebautem Mengenrabatt, weil wir wissen, dass ihr alle 5 Motive wollt!

Ultimate Guard Lands Deckbox & Sleeves

Wir wechseln den Hersteller, bleiben aber gekonnt beim Thema.

Unabhängig davon, ob man seine einfarbigen Decks in die passenden Hüllen packen möchte (Achtung: es sind Packs mit 80 Hüllen!) oder eine Deckbox für sein blaues oder weißes Deck sucht, hier wird man fündig. Die anderen Deckbox-Motive sind bereits vergriffen.

Ultimate Guard Rucksack Ammonite

Der Anti-Diebstahl Gaming-Rucksack aus dem Hause Ultimate Guard bietet Schutz, Innovation und vor allem Platz. Auch als Laptoptasche sinnvoll verwendbar!

80+ & 100+ Flip Deck Cases von UG

Der eigentliche Grund für diesen Blogpost sind diese Deckboxen von UG. Der Rabatt ist unverschämt, wir haben uns bei der Auswahl der Farben nicht lumpen lassen und neben dem Standard Faux-Leather Feel gibt es die rutschfestere XenoSkin-Variante.

Um Fehlkäufe zu vermeiden, entsprechend auf die komplette Produktbezeichnung achten! Die 80+ eignen sich für ca. 100 einzelgehüllte Karten. Die 100+ eignen sich für 100+ doppelgehüllte Karten.

Ultimate Guard ChromiaSkin Sidewinder 80+/100+

Das beste zum Schluss: Die wärmesensitiven Deckboxen im Querformat nicht nur für coole Typen!

Auch hier empfiehlt sich der genaue, eventuell zweite Blick auf die Produktbezeichnung. Nicht, dass man am Ende für seine XXL-Decks nur die XL-Deckbox parat hat!

5. November 2019

2020 – Das Jahr der Commander

Wir haben heute geschlossen und wollen uns auf diesem Wege zumindest virtuell melden. Dass Wizards of the Coast mal wieder einen dieser „Hier ist unsere Jahresplanung„-Beiträge rausgehauen hat, spielt dabei keine untergordnete Rolle, denn was man offenbarte, wird viele Leser interessieren, geht es doch ausschließlich um das Commander-Format!

Commander pur! 2020 wird ein interessantes Jahr, wenn man sich die unzähligen Releases anschaut.

April 2020

Bereits im Frühjahr stehen die alljährlichen Commander Decks (diesmal 5 an der Zahl) auf der Matte. Zum „Ikoria: Lair of Behemoths“-Release am 24. April und bereits zum Prelease eine Woche vorher darf gekauft und gezockt werden. Mit 71 neuen Karten bleibt kein Auge trocken.

3. Quartal 2020

Wer es noch nicht mitbekam, die Planeswalker Decks werden eingeschränkt und sind ab Ikoria nur noch zu den Hauptsets (entsprechend Haupset 2021 im Sommer) zu haben. Quasi ersetzt werden sie durch Commander Decks. AbZendikar Rising“ wird es zu jedem non-Hauptset Release zwei Commander Decks mit teilweise neuen Karten geben.

Wo wir bereits ersetzen, die Spellbooks fallen ebenfalls der Axt zum Opfer (nicht dass es viele gab). Stattdessen ein neues Produkt namens „Commander Collection„. Ähnliches Konzept (8 Reprints mit neuem Artwork zu einem Thema (auch in foil erhältlich)) orientiert sich am Commander-Format und bietet in seiner ersten Variante die Farbe Grün als Thema.

4. Quartal 2020

Bleibt eigentlich nur ein Thema unberührt vom Commander-Fieber: Draft. Das wird in „Commander Legends“ im vierten Quartal abgefrühstückt. 20-Karten Booster (jeweils mit Foil und mindestens 2 legendären Kreaturen) randvoll mit Reprints und 70+ neuen Karten und einer Draft-Variante versprechen einiges.

Zusätzlich zu „Commander Legends“ werden zwei einsteigerfreundliche Commander Decks released.

18. Oktober 2019

Märchenhaftes Draften: Vollmilchschokolade

Wer sich schon immer mal fragte, wie wir die Titel dieser Einträge wählen, dem sei verraten, dass wir gerne zu Naheliegendem greifen, beim Schreiben öfter Hunger bekommen (aber leider nicht von Big Candy gesponsert werden; noch nicht mal Borggreve hat unsere Anrufe erwidert), und nichts gegen Titel haben, bei denen man ein bis zweimal um die Ecke denken muss.

Der heutige parkt aber direkt am Trottoir geht es diesmal doch um einfarbige Throne of Eldraine Draftdecks.

Pro & Contra

Einfarbige Decks haben das Problem, dass – wie beim letzten Mal illustriert – die Farben im Set immer eine Doppelrolle übernehmen müssen. Grün zBsp will sowohl mit Abenteuern spielen, aber auch die Speisekammer gefüllt sehen. Es gibt Karten wie Curious Pair, die eine Doppelrolle übernehmen, doch sind diese gerade im Common-Bereich von mäßiger Qualität.

Ein weiterer Nachteil ist die fehlende Auswahl. Wer sich auf eine Farbe fixiert und die anderen verschmäht, der wird das ein oder andere Juwel verpassen und gerade die ersten Picks im zweiten und dritten Booster können zu Enttäuschungen führen. Meist wird einem gemäß Murphy’s Law statt einer Rare in der gewählten Farbe die Off-Color Bombe entgegenblicken. Im zweiten Booster ist das leichter zu verkraften, hat man doch noch die Option aus Mono Stereo zu machen.

Der Nachteil ist aber zugleich ein Vorteil. Statt sich zwischen x Karten in y Farben zu entscheiden, ist y gleich 1 und x somit um einiges kleiner. Weniger Entscheidungen sind zu fällen, was gerade für die Draft-Einsteiger positiv ist.

Dass die Decks in sich konsistenter sind, man also nur selten aufgrund seiner Manabasis verlieren wird, ist der letzte Vorteil.

Enhance!

In Throne of Eldraine begünstigen zwei Besonderheiten das einfarbige Draften: Adamant und die Manakosten einiger ausgesuchter Karten.

Während Adamant trivial ist, ist die Sache mit den Manakosten erwähnenswerter. Jede Farbe hat eine seltene Karte, die nicht nur mit mindestens drei farbigen Manakosten gesegnet ist, sondern auch eine farb-spezifische Fähigkeit hat:

Linden, the Steadfast Queen
Gadwick, the Wizened
Ayara, First of Locthwain
Torbran, Thane of Red Fell
Yorvo, Lord of Garenbrig

Bis auf Linden, deren zweite Fähigkeit meist zu vernachlässigen ist, wird man jeden Edlen gerne im Deck sehen.

Doch schon im Uncommon-Bereich gibt es gleich zehn Karten, die einem in einem einfarbigen Deck keine Probleme bereiten werden, die Hybrid-farbenen 10, die bereits in der letzten Woche im Rampenlicht standen. Die vermeintliche Hürde der vier Manasymbole wird leicht genommen.

Als wäre das nicht genug, bleiben am Ende die Artefakte. Es warten 22 farblosen Karten darauf Platz im Deck zu nehmen und bei einigen sogar mit der ein oder anderen Synergie (Sorcerer’s Broom im Monogrünen Deck mit ausreichen Food-Token zBsp). Absolute MVPs sind: Clockwork Servant, Henge Walker, Heraldic Banner und Gingerbrute, der die insgeheim beste Karte im Set ist.

Wann sollte man auf eine Farbe setzen?

Die Antwort ist vermutlich „nicht zu oft“. Die Sterne sollten richtig stehen, das Glücks T-Shirt gebügelt sein und im schwarzen Tee sollte man nicht wieder auf die Idee kommen Milch mit Zitrone zu mischen.

Ein offensichtliches Zeichen wäre eine der oben gelisteten Rares. Doch die sind nicht umsonst selten, weswegen man auch seltener darauf hoffen sollte. Eine beispielhafte Liste, die alle ihre Spiele gewann, und mit Gadwick begann, könnte so aussehen:

Mono U(ncommon) (40)
Gingerbrute
Mantle of Tides
So Tiny
Run Away Together
Wishful Merfolk
Animating Faerie
Queen of Ice
Clockwork Servant
Tome Raider
Gadwick the Wizened
Turn into Pumpkin
Vantress Paladin
Loch Dragon
Syr Elenora, the Discerning
Mystic Sanctuary
16 Island

Ein weiteres Zeichen wäre die Tatsache, dass man zwar zweifarbig begann, aber irgendwann im Draft die eine Farbe überwiegte und man freizügiger zu den Hybrid-Uncommons griff, die schwerer in dem Zweifarbigen zu spielen wären. Dies passierte hier:

Mono G(reed) (40)
Gingerbrute
Scalding Cauldron
Maraleaf Rider
Sorcerer’s Broom
Curious Pair
Garenbrig Squire
Once upon Time
Giant Opportunity
Heraldic Banner
Sporecap Spider
Rosethorn Acolyte
Spinning Wheel
Oakhame Ranger
Rampart Smasher
Garenbrig Carver
Prophet of the Peak
Tuinvale Treefolk
Gingerbread Cabin
16 Forest

Es begann als Grün/Weißes Deck, welches sich nur zu gerne auf Mysterious Pathlighter und Ardenvale Tactician gestützt weiter dem Abenteuer-Thema gewidmet hätte, die aber auf die Ersatzbank verfrachtet wurden, um zielgerichteter dem Ruf des Waldes folgen zu können.

Ab ins Planschbecken

Wie sähe es in dem oberen Deck mit einem Splash aus? Der Verwendung von nur einer geringen Anzahl andersfarbiger Karten, was mit dem Acolyten-Duo und dem Spinning Wheel problemlos machbar gewesen wäre?

Das schauen wir uns beim nächsten Mal an!

15. Oktober 2019

Magic Produktpaletten News Bulletin

Nach dem Oktober-Release gestaltete sich das letzte Trimester im Jahr für die Magic-Gemeinde im Allgemeinen zu einem – wir wollen mal sagen – Dornröschenschlaf. Doch Wizards wäre nicht Wizards, wenn nicht auch die besinnlichere Zeit des Jahres für Umsatz genutzt werden könnte.

Am vergangenen Freitag – als wir wie üblich und gemütlich zum FNM Draft ansetzten – setzten sich die Zauberer die Flüstertüte an die Lippen und legten los:

15. November 2019

Vorausschauend gibt es am selben Tag gleich zwei Releases, so dass man sich nur einmal aus dem Bett quälen muss, wenn man an beiden interessiert ist.

Throne of Eldraine Gift Bundle

Wer sich schon immer gedacht hat, dass so ein einzelner Collector Booster in einem Bundle sich verdammt gut als potenzielles Weihnachtsgeschenk gemacht hätte, kann die Gunst der Stunde nutzen und für seine Magic-Freunde einkaufen kommen. Es gibt den üblichen Bundle-Inhalt (10 Booster Throne of Eldraine, Standardländer (foil und non-foil), sowie ein Würfel) plus enen Collector Booster und eine noch unbekannte Promokarte. Bilder und Preis noch unbekannt.

Magic Game Night 2019

Wo wir schon bei Freunden sind, wir empfehlen fünf Freunde (Timmy gegebenenfalls durch einen passenden Zweibeiner ersetzen) um das Game Night Set aus fünf komplett einfarbigen Decks sinnvollst einzusetzen.

Die Decks werden vom einfacheren Format sein, also gerade für jene Spieler geeignet, die die Nase voll von ihren Planeswalker Decks haben und aufsteigen wollen. Wie üblich gibt es zu jedem Deck eine exklusive Karte (draufklicken vergößert):

Decklisten gibt es hier »

24. Januar 2020

Zum Jahreswechsel steigen wir in den Flieger der Planeswalker Airlines, verlassen wie auch immer die Plane hieß auf der Eldraine spielte (Ist es gar Eldraine?) und propellern in die Unterwelt von Theros.

Theros: Beyond Death ist das erste Set des Jahres und mit Ausnahme des Datums (Prereleases entsprechend am 17. bis 19. Januar) und der Vorahnung, dass wir Gideon und Elspeth wiedersehen werden, gibt es noch keine Details.

29. Februar 2020

Es wird Spieler geben, die das Logo in Ekstase versetzt, weil ein vierter Un-Release, gespickt mit silber-umrandeten Spaß-Karten, eigentlich nicht verkehrt sein kann. Sei es nur wegen der Full-Art Standardländer, die sich neben den Teils sehr kreativen Mechaniken, zu einem Markenzeichen der Un-Sets entwickelt haben.

Statt einer ganzen Edition erwartet uns mit Unsanctioned aber „nur“ ein vorgebautes Bündel an Decks mit Karten aus früheren Un-Sets sowie 16 neuen Karten.

Der Inhalt des Produkts in Gänze:

  • 5 einfarbige 30-Karten-Decks
  • 2 sechsseitige Würfel
  • 10 doppelseitige Token
  • 5 Full-Art Standardländer (mit neuen Bildern)
  • 5 foil Full-Art Standardländer (mit neuen Bildern)
  • 1 Storage Box

Angedacht ist, dass sich Jeder Spieler zwei der 30-Karten Decks nummt, diese zusammenmischt und ab gehts.

Was weniger geplant aussieht, ist die Sache mit den Standardländern. Wir brauchen niemandem groß zu erzählen, dass sich die bisherigen Full-Art Länder der Un-Sets derart großer Beliebtheit erfreuten, dass sie für viele der einzige Grund waren, überhaupt Booster bzw Einzelkarten der Un-Editionen zu kaufen. Wenn man hier nun nur fünf Exemplare erhält (wir gehen aufgrund der Produktbeschreibung und der extra Erwähnung der Länder davon aus, dass in den Decks selbst normale Länder enthalten sein werden), wird das eine kostspielige Angelegenheit. Sowohl für den geneigten Sammler als auch für den Einzelkarten-Händler. die am Ende mit einem Haufen eher nutzloser Karten dastehen werden (jaja, man kann damit spielen, aber sonst…?).

24. April 2020

Um Ostern rum (Prereleases am verlängerten Wochenende vom 17. bis zum 19. April), geht es abschließend nach Ikoria: Lair of Behemoths. Infos sind erneut spärlich, aber es wird um Monster gehen, die selbst zusammengebastelt werden dürfen. Wie sich das gestaltet, steht noch in den Sternen. Mit einem halben Jahr Vorlauf werden wir aber genug Gelegenheit erhalten, entsprechende Gerüchte hier im Blog zu verbreiten!

3. Quartal 2020

Voraussichtlich im Juli oder August steht das nächste Hauptset in den Regalen, was wir aber nur erwähnen, um alle bekannten, zuvor bereits mal veröffentlichen Infos in einem Beitrag versammelt zu haben.

11. Oktober 2019

Märchenhaftes Draften: Hänsel & Gretel

Um Theros herum, kam Wizards auf die Idee, dass es doch ganz nett wäre, wenn jede Edition eine Anzahl zweifarbiger Karten hätte, die zu einem jeweiligen Thema passen und die sich hervorragend dazu eignen, dass man ein Deck um sie herum draftet, da es genug anderes Kartenmaterial – gerade im für den Draft relevanten Common- und Uncommonbereich – gibt, welches die entsprechende Strategie unterstützt.

Dies war – wie hier im Blog dokumentiert – beim Coreset 2020 der Fall, dies ist – wie hier im Beitrag dokumentiert – bei Throne of Eldraine nicht anders. Man setzte sogar noch einen drauf und hat gleich zwei tonangebende Uncommons um die jeweiligen Themen gestrickt; eine tatsächlich Zweifarbige und ein hybrides Pendant, wie die folgende Galerie anschaulich darstellt:

Bröseln wir die Themen im Einzelnen auf :

Weiß / Blau – Artenchantress

Hat man sonst meist die Wahl zwischen Verzauberungen und Artefakten, will man hier gleich beides haben. Auren auf gegnerische Kreaturen zählen hierbei als Verzauberungen und sowohl Food-Token als auch Artefakt-Kreaturen zählen sowieso immer als Artefakte, also sollte man genug von beidem zusammensammeln können, um mit der Strategie selbst ohne Dance of the Manse Erfolg zu haben.

Blau / Schwarz – Ein-Mahl-Eins

Das seltene Gegenstück zu den beiden Uncommons ist die Lochmere Serpent, die zeigt, dass es bei der Kombination selten ohne Umwege geht. Wahlweise darf der eigene Friedhof als Reanimationsziel für Forever Young & Co herhalten, oder es geht für den gewillten Müller erst ins Abenteuerland, dann per Bouncespell wieder auf die Hand und erneut könnte Pur zitiert werden. Es gilt also nicht nur dem Gegner den Friedhof zu füllen – dafür zu sorgen, dass der Gegner keine Karten mehr ziehen kann, ist und bleibt eine sinnvolle Strategie.

Schwarz / Rot – Entrüstete Ritter

Die erste der drei Ritter-Varianten, die sich neben Ausrüstungen, der sogenannten Aristocrats-Strategie verschrieben hat. Als Aristokrat opfert man gerne Zeugs und es muss dabei gar nicht mal das eigene Zeugs sein. Da gibt es Möglichkeiten (Claim the Firstborn) aber diese sind arg begrenzt. Also bedient man sich beim eigenen Zeug und wirft dies in diverse Abfallverwerter, wie dem Witch’s Oven.

Rot / Grün – Unmenschlich

Die Kreaturentypenbestimmung im Set verhält sich wie eins dieser, dem Sokrates zugeschriebenen Logikrätsel:

  • jede Kreatur ist entweder ein Mensch oder ein Ritter
  • jede Kreatur die ein Mensch ist, ist nicht immer ein Ritter
  • nicht jede Kreatur, die ein Ritter ist, ist ein Mensch
  • Wer hat die letzten Spekulatius-Kekse gefuttert?

Das rot-grüne Deck zu draften wird einem ungemein bei der Bestimmung von Kreaturentypen helfen.

Grün / Weiß – Abenteuerland

Ein Deck, das gänzlich ohne Lucky Clover spielbar wäre, aber jede Kopie des Artefakts dankend neben jeder Adventure-Card im Maindeck platziert. Die Strategie ist in Teilen als Schwarz/Grün-Variante spielbar. Man verpasst so ein paar der netteren, im Kampf relevanten Spruchhälften, wie beim Ardenvale Tactician, erhält dafür aber gerade mit Order of Midnight und Foulmire Knight zwei Bomben, die als pure Kartenvorteil-Klopper kein Auge trocken lassen.

Weiß / Schwarz – Ritter en masse

Umschifft man gekonnt Witch’s Vengeance und den zornigen Riesen, was durch deren Seltenheiten öfter möglich ist, kann man sich an diesem Archetypen versuchen. Es gilt Ritter auf den Tisch zu klotzen und dabei nicht zu kleckern. Viele sollen es sein, und unter uns, es müssen nicht immer Ritter sein. Die Synergien sind häufiger Kreaturentyp-unabhängig, wie bei Outflank oder Syr Alin, the Lion’s Claw. Sofern die Masse stimmt und ihr nicht versucht mit dem Venerable Knight einen Silverflame Squire zu beglücken, wird alles glatt laufen.

Schwarz / Grün – Essen fassen

Wenn der kleine Hunger kommt, greift sich am sinnvollsten zu dieser Farbpaarung. Grün sorgt für die Speise-Spielsteine und Schwarz hat die Tools, diese optimal zu verwerten. Es wird zu verwirrenden Paarungen kommen wie Fierce Witchstalker und Tempting Witch, aber wir wollen ja keinen Flavor-Contest gewinnen. Dass wir dem Rot/Schwarz Drafter dazu noch die Giant’s Skewer wegnehmen, ist das Sahnhäubchen schlechthin.

Grün / Blau – Manamassiv

Auf dem Papier sieht es aus, als wollte man schnell dickes Zeug auf den Tisch bringen, das Set hat aber weder für das eine noch das andere ausreichende Kandidaten in den unteren Seltenheitsstufen, um das zu verwirklichen. Was also tun? Nur Beanstalk Giants und Rosethorn Acolytes picken, wäre eine Option. Eine andere Farbe dazunehmen, da wir es uns vom Mana her leisten können, wäre eine andere. Die Mischung wird es machen. Am Ende hat man ein grün-blaues Deck, das mit Manafixing glänzt, kartenvorteilerzeugende blaue Karten spielt und sich nicht zu fein ist, einen dritten oder sogar vierten Mann ins Boot zu holen.

Blau / Rot – Zugzwang

Wie oft zieht man schon zwei Karten in einem Zug? Im eigenen Zug seltener das Problem, ist gerade im gegnerischen Zug eher tote Hose. Spontaner Carddraw ist selten bis selten empfehlenswert. Dem Gegner zwei Opt vor den Latz zu knallen, um aus einem 1/2 Flieger einen 2/3 Flieger zu machen, hat einfach nicht die richtige Durchschlagskraft. Wenn es aber klappt, dann richtig. Thrill of Possibility und Merchant of the Vale machen Überstunden, es werden hier nebenbei Ratten produziert und dort nebenbei Kreaturen vegrössert, dass es ein Vergnügen ist!

Rot / Weiß – Kreuzzug

Der letzte Griff in den Stall fördert die aggressivste Variante zutage. Wie man es von Boros gewohnt ist, kennt das Deck nur ein Ziel und das sind die gegnerischen Lebenspunkte. Das wird im Format eine langsame Angelegenheit, weil trotz einem 2/1er für 1 Mana wird man selten mit der Tür ins Haus fallen. Wenn da teilweise der böse Wolf hintersteckt, kann die Geschichte, siehe die Sache mit den drei rosa Häuslebauern, nicht gut enden und man sollte passend das Blow your House down im Deck, ein Brimstone Trebuchet auf dem Feld oder ein paar Faerie Godmother im Ärmel haben.

2. Oktober 2019

Oktoprophezeihungen – Turniere & Events für diesen Monat

Dies wird wieder einer dieser Blogposts, der unterschwellig bis auffällig Werbung für unseren Turnier- und Eventkalender machen soll. Die Wirkung unserer Bemühungen liessen sich am vergangenen Wochenende beim Prerelease ablesen, wo wir, teils am wortwörtlichen Ende des Tages, in erfreute Gesichter blicken konnten. Die Eldraine-Vorspiel-Turniere waren gut besucht und wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmern herzlich bedanken!

Die Kommunikation klappt also (zumindest einer hat sogar unseren 2HG-Beitrag gelesen!), so dass wir auf diesem Kanal erstmal weiter machen und direkt weitere Infos & Details vorbereitet haben, die wir jetzt in unserer digitalen Flüstertüte rausposaunen.

Mit dem Release des neuen Sets an diesem Freitag (Produkte auch im Online-Shop erhältlich; Brawl Einzeldecks nur vor Ort, da begrenzt verfügbar; Preis: 25,- EUR pro Deck — Collector Booster sind noch begrenzter und Details dazu gibt es auf Anfrage) stehen nicht nur eine Vielzahl neuer Karten auf so manchen Wunschlisten (haben wir schon erwähnt, dass wir Einzelkarten im Store verkaufen und das weder zu knapp, noch zu teuer?), sondern auch eine beträchtliche Anzahl an speziellen Events auf dem Programm, die uns die Samstage bis zum Monatsende versüßen werden.

Im Detail:

Jeden Freitag gibt es beim FNM einen Throne of Eldraine Booster Draft. Dieser wurde durch die Wizard’sche Preiserhöhung bedingt teurer (14,- Euro pro Person) und wir versuchen es mit einer Arbeitnehmer-freundlicheren Startzeit von 18 Uhr (Anmeldung ab 17:30 Uhr).

Da man nie genug draften kann, gibt es am Samstag, den 5. Oktober, das Draft Weekend. Der erste Booster wird um 11:30 Uhr geöffnet, Anmeldung ist eine halbe Stunde vorher, und neben Booster-Preisen gibt es – wie bei den FNMs – Promo Pack-Karten zu gewinnen. Kostenpunkt ebenfalls 14,- Euro.

Am 12. Oktober – wieder ein Samstag – ist das Motto Open House, wobei wir aufgrund der sinkenden Temperaturen und je nach Wetterlage, die Türe zumindest angelehnt lassen. Wer bis dahin die ersten Decks mit den neuen Karten gebaut hat, oder einfach nur gepflegt Karten in die Horizontale drehen will, ist gern gesehen.

Als besonderen Bonus haben wir uns überlegt, dass wir die restlichen Prerelease Packs, die noch im Lager schlummern, bei einem weiteren 2-Headed Giant Sealed Deck „Postrelease“ Turnier ebenfalls am 12. Oktober, unter die Leute bringen. Anmeldung ab 11 Uhr, Start um 11:15 Uhr. Kostenpunkt pro Team sind 50,- Euro und da die Plätze begrenzt sind, empfiehlt es sich voranzumelden! Einen erneuten Hinweis auf unseren hilfreichen 2HG Eintrag sparen wir uns an dieser Stelle.

Am 19. Oktober heißt die Devise verschnaufen. Wir haben zu den üblichen Zeiten geöffnet, man kann reinschauen, Commander, Standard, oder Masques Block Constructed (Free Lin-Sivvi!!) zocken, wir aber lassen die Turnier-Software ruhen.

Am letzten Samstag des Monats, der 26., darf gebrawlt werden. Wer sich am Brawl-Format versuchen möchte und mindestens eins der vier Decks sein Eigen nennt, kann vorbeikommen (kurz nach 11 Uhr empfiehlt sich) und mitzocken. Teilnahme ist kostenfrei* (*man sollte halt ein Brawl-Deck bei uns gekauft haben) und es gibt nette Promo Pack-Karten für alle. Wie so oft, werden wir im Blog zum Brawl-Format unsere Finger über die Tasten fliegen lassen und euch das Format und die Decks textlich näher bringen.

All Hallow's Eve - Christopher Rush
Dann ist Halloween, es gilt John Carpenter & Jamie Lee-Curtis zu huldigen, Spekulatius in Milch zu tunken, das übliche halt. Was im November folgt, steht noch in den Sternen, nur eins steht fest, es wird magisch!

 

1. Oktober 2019

Einsteigerfreundliches Draften: Fazit zum Coreset 2020

Wir werfen in diesen Blogbeiträgen gerne mit kursiven Fremdwörtern um uns und die heutigen müssen wohl lauten nostra culpa.

Wie zu oft angekündigt wollten wir die Einsteigerfreundliches Draften-Reihe mit einem kompletten Draft beenden, wir hatten sogar einen vorbereitet, aber die technische Seite erwies sich mühsamer als erhofft und alleine das Aufbereiten der Grafiken raubte uns den letzten Nerv. Die Vorbereitungen zu Throne of Eldraine und das übliche Business taten ihr übriges. Euch jetzt noch mit alten Kamellen zu kommen, die man nicht mal für drei Lebenspunkte opfern kann, wird niemanden groß begeistern.

Stattdessen ziehen wir ein Fazit, was heißt, dass wir alle Teile der Reihe kurz Revue passieren lassen, was nicht lange dauern wird, da es im Grunde nur vier (okay, drei und ein halber) Teile gab:

Die IKEA-Methode: Der Einstieg in die Reihe befasste sich mit den technischen Details, der gerade für den Spieler interessant sein sollte, der bisher kaum am Drafttisch saß oder beim FNM einen Dauerparkplatz am unteren Ende der Gasse mietete. Neben dem Wie stand gerade das Was im Vordergrund.

Der Beitrag verliert netterweise keinerlei Relevanz für die anstehenden Throne of Eldraine Drafts (immer Freitags bei uns im Store) und bleibt empfohlene Pflichtlektüre!

Die Kurzfassung: Wen die, für den Möbelhändler eigentlich untypische, Länge des ersten Beitrags abschreckt, dem haben wir im zweiten Beitrag die Informationen derart vorgekaut, dass wir alle danach erstmal kollektiv zum Zahnarzt mussten.

Zweisamkeiten: Nachdem die Grundsteine gelegt wurden, kamen endlich Karten an die Reihe. Die zweifarbigen Uncommons spielten im Coreset 2020 eine große Rolle (Spoiler für Eldraine: nicht nur dort) und lagen im dritten Eintrag auf dem Seziertisch.

Auch wenn es zu simpel scheint, sich je nach Booster-Inhalt eine mehrfarbige Karte als Ausgangspunkt für den Draft zu nehmen, macht Wizards es beim Set-Design nicht anders, und was für die Zauberer gut genug ist, kann dem Draft-Beginner nur recht sein.

Erste Schritte, Erste Picks: Der Titel verrät es, es wurden endlich Booster präsentiert und darüber philosophiert, welche Karte man jeweils als ersten Pick nehmen könnte.

Der Fokus lag weiterhin bei M20, aber die im Beitrag beschrittenen Gedankengänge, sind allgemein gültig und nettes Rüstzeug für den kommenden Besuch bei Schnewittchen und den sieben Zwergen.

Tutti Kompletti Drafti: Das schwarze Schaf unter den Beiträgen, weil es ihn nie gab, da kann man noch so oft aufs Dickgedruckte klicken, da macht der Browser nix. 🙁

Aber aufgehoben, aufgeschoben, ihr wisst schon. Mit Thron von Eldraine liegt ein weiteres Kapitel Magic-Geschichte vor uns und es wird am Freitag bereits um die dortigen Draft-Archetypen gehen. Das wird ein Abenteuer!

24. September 2019

2 Köpfe, 1 Riese, 0 Plan – Countdown zum Eldraine Prerelease

Update: Die im Beitrag öfter erwähnten Judges kamen aus den Hexenkesseln und haben informative Release Notes zu Thrones of Eldraine veröffentlicht. Es gibt auffallend viele Gemeinsamkeiten, wobei der Trick mit dem Keeper of Fables sehr nett und uns entgangen ist.

Technischer Hinweis vorab: Unser Zurverfügungsteller von Kartenbildern ist leider noch nicht soweit, weswegen wir vorab auf Scryfall verlinken, wo man im Text erwähnte Karten finden und lesen kann.

Nicht jeder kam als 2-Headed Giant Stratege an den Magic-Tisch, weswegen wir die folgenden Zeilen darauf verwenden, allen Interessierten – allen voran den Pärchen, die am Freitag bei unserem 2-Headed Giant Prerelease (leider bereits ausverkauft; Samstag wäre noch was zu haben, da aber nicht mehr im 2HG-Format) sitzen werden – ein paar hilfreiche Worte mit auf den Weg zu geben.

Wir haben die Weisheit dabei nicht kellenweise gelöffelt, aber entsprechende Erfahrung ist vorhanden. Da der Schreiber nebst Partner an dem Turnier teilnimmt, ist das letztlich sogar nachteilig, aber wenn ihr es meinem Partner nicht steckt, halte ich ebenfalls die Füße still.

Grundlagen

Das Format hat einige regelrelevante Unterschiede zu den eventuell sonstig bekannten Gepflogenheiten, die man u.a. beim Sealed Deck so antrifft:

  • 30 Lebenspunkte (als Team, also nicht je Spieler)
  • freier Mulligan (für jeden Spieler, danach das übliche Procedere)
  • das Team, das beginnt, zieht keine Karten (meist will man deswegen nicht anfangen)
  • Best of 1 (wer also ein Spiel gewinnt, hat das Match für sich entschieden)
  • 12 statt 6 Booster, dafür werden zwei statt nur ein Deck gebaut
  • es gibt keine 5 Extrazüge, sondern nur 3
  • Decks haben kein Sideboard (da Best of 1 gespielt wird), aber da es sich um ein Prerelease handelt, können Decks zwischen den Runden umgebaut werden
  • gewinnt ein Spieler, gewinnt das gesamte Team (selbiges fürs Verlieren)
  • weiteres im Magic Judge FAQ, welches unten noch mal erwähnt wird

Deckbau

Zum Inhalt folgt später noch was, jetzt geht es mehr ums Logistische, ab dem Zeitpunkt quasi, nachdem jeder Spieler ein Prerelease Pack in Händen hält und der Judge lautstark verkündet, dass mit dem Deckbau begonnen werden darf.

Zuerst werden alle Booster geöffnet (D’oh!) und die Karten farblich sortiert. Optional kann man die Rares und Mythics oben auf die Stapel legen, da Karten dieser Seltenheitsstufen nicht nur komplexer sind, sondern oft auch mächtiger (zumindest in den Limited-Formaten wie Sealed Deck oder Draft). Sprich je mehr seltene Karten ein Deck hat, desto spielstäker kann es sein.

Jeder Spieler sollte sich ein kurzes Bild davon machen, wie viel Potenzial in den jeweiligen Farben steckt (hier helfen die Rares) und mit welcher/welchen Farbe/n sinnliche und -volle Kombinationen gebildet werden können. An dieser Stelle müsste entschieden werden, wer welches Deck baut und jeder Spieler beginnt solitär damit an seinem Deck zu feilen. Zum groben Deckinhalt (40 Karten inklusive Länder) selbst sei auf unsere Draftreihe verwiesen. Anderes Format zwar, aber sehr, sehr ähnliches Prinzip.

Nachdem die Decks einigermaßen gereift sind (sprich, jeder hat um die 23 Karten (ohne die Manabasis) vor sich liegen), empfiehlt sich als letzte Maßnahme die Decks kurz zu tauschen.

Das bekannte 4-Augen Prinzip macht nirgends so viel Sinn wie beim 2-Headed Giant! Es erlaubt einzelne Entscheidungen und offene Fragen zu diskutieren. Hat jemand vielleicht 25 Karten vor sich liegen, weil man sich nicht entscheiden konnte? Sollte vielleicht eine dritte Farbe ins Deck, weil es genug Fixing gibt? Gibt es einzelne Karten, die vielleicht ausgetauscht werden könnten, weil es sinnvollere Alternativen gibt? Etc. pp.

Am Ende entscheidet der Deckspieler, womit er die Runden bestreiten möchte. Aber dieser zweite Blick hat nicht nur den Vorteil, dass Flüchtigkeitsfehler korrigiert werden können („Wieso liegt da noch dieses Removal neben deinem Deck?„), sondern erlaubt dem Partner sich ein Bild vom Ganzen zu machen, und nebenbei gegebenenfalls noch ein paar unbekannte Karten kennenzulernen. Wenn man vorab weiß, was der Nebenmann im Deck hat und welche Strategie er verfolgt, gibt es beim Spielen selbst weniger Diskussionsbedarf (man darf übrigens während des Spielens mit seinem zweiten Kopf konferieren, sollte aber versuchen dem gegnerischen Team nicht alles zu verraten). Zudem – und das ist das Leckerste – werden generell weniger Fehler gemacht, da Karten bekannter und Eventualitäten besser abschätzbar sind.

Spezifischeres mit Thron von Eldraine / Throne of Eldraine

Genug der drögen Theorie, ab in die Praxis! Der Plan war an dieser Stelle auf den 2HG-Blog der Magic-Judges zu verweisen, der Karten in Bezug auf das Format näher beleuchtet, aber die sind noch nicht im Märchenwald angekommen. Dennoch sind Teile von deren 2HG FAQs Pflichtlektüre für Spieler, die den Judge nicht zum dritten Mal fragen wollen, ob „Kreaturen, die du kontrollierst“ auf der Karte bedeutet, dass damit auch die Kreaturen des Mitspielers gemeint sind (Nein).

Müssen wir wohl selbst ran:

Ich & Du

Die geläufigen Magic-Vokabeln haben im Format oftmals eine erweiterte Bedeutung:

„Du“ und „die du kontrollierst“ meint tatsächlich nur den Spieler, der die Karte spielt oder kontrolliert und nicht das gesamte Team. Wenn ein Spieler also Linden auf dem Tisch hat und beide Spieler des Teams mit weißen Kreaturen angreifen, lief vermutlich nicht nur was beim Deckbau schief, Linden wird nur für die Kreaturen des Spielers ausgelöst, der Linden kontrolliert.

„Spieler“ meint einen spezifischen Spieler (egal welchen Teams). Hat man Effekte wie von Rankle und lässt jeden Spieler eine Karte abwerfen, betrifft dies jeden einzelnen Spieler und es werden vier Karten in vier Friedhöfen landen. Umgekehrt beim Stormfist Crusader.

Hierbei ist noch zwischen „jeder Spieler“ und „ein Spieler deiner Wahl“ zu unterscheiden, wobei das meist nur für Lebenspunkte relevant ist, was unten präzisiert wird.

„Gegner“ bezieht sich entweder auf einen einzelnen Spieler („ein Gegner“) oder auf jeden gegnerischen Spieler („jeder Gegner“). Im ersten Fall – siehe zBsp Specter’s Shriek – muss nur ein Gegenspieler seine Hand vorzeigen und eine Karte ins Exil schicken. Im letzteren Fall – siehe zBsp Folio of Fancies – darf jeder der beiden Gegner bei der Aktivierung der zweiten Fähigkeit seine Bücherei mühlen.

Lebenspunkte

Eine Besonderheit im 2-Headed Giant ist der Umstand, dass man spieltechnisch zwei Gegner hat, die aber nur einen Lebenspunktestand haben. Dies macht Karten mit den Zauberworten „jeder Gegner“ um ein vielfaches attraktiver.

Spielt man zBsp einen Cauldron Familiar, verliert das gegnerische Team zwei Lebenspunkte (da eben zwei Gegner) und das eigene Team erhält einen.

Analog ist es egal, wer einen Food-Token opfert, da die Lebenspunkte vereint sind, ist das numerische Resultat dasselbe (sowohl beim Golden Egg als auch bei der Tempting Witch).

Das wirkt nachvollziehbar aber ganz so einfach ist es am Ende nicht, weil für Karten wie den Deathless Knight relevant ist, wer die Lebenspunkte erhielt. Hat man selbst den Ritter im Friedhof und der Teamgefährte opfert einen Food-Token, interessiert das den Todeslosen wenig und er verbleibt six feet under.

Kampf

Optimales Beispiel für den Kampf ist die Verzauberung Revenge of Ravens. Von der ist im 2-Kopf-Format zwar dringenst abzuraten, aber sie veranschaulicht so nett. Als Angreifer kann man sich aussuchen, welchen der beiden Spieler man angreift. Wenn also nicht gerade beide Gegner diese schwarze Verzauberung auf dem Tisch haben, wird sicherlich der Spieler angegriffen, der keine Kopie davon kontrolliert. Die Karte macht also nix.

Blocken können beide Spieler, unabhängig, welcher der beiden Spieler angegriffen wurde.

Strategie

30 Lebenspunkte sind eine Hausnummer und sollten die Booster nicht gerade mit unzähligen Folio of Fancies gesegnet sein, wird man um den Kampf als Mittel zum Zweck nicht herumkommen.

Mehr Spieler bedeuten mehr Angreifer aber auch mehr Blocker. Karten, die nicht oder nur schlecht geblockt werden können (meist Flieger und Bedrohliche), steigen somit im spielerischen Wert! Hätte Lochmere Serpent nur die blaue aktivierte Fähigkeit, wäre sie im 2HG Sealed noch mit eine der besten Karten. Umgekehrt sind Kreaturen, die Schutz vor einer Farbe haben, um einiges besser, da es eben mehr Kreaturen gibt und somit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine dabei ist, vor der man Schutz hat. In Eldraine gibt es derer zwei, die immer ihren Weg ins Deck finden werden, auch wenn der Archon, wie wir vorhin lernten, nur zwei relevante Fähigkeiten hat.

Spiele dauern länger. Dies nicht nur, weil viel geredet wird. Es wird öfter zu Situationen kommen, wo das Board voll ist und sich die Kreaturen in einer Pattsituation blöd angucken, weil keine Angriffe machbar sind. Dann Karten zu haben, die wiederholt Schaden machen können, ohne angreifen zu müssen – siehe Brimstone Trebuchet – ist Gold wert. Gleiches gilt für Karten, die einen doch irgendwie angreifen lassen, wie Return of the Wildspeaker. Der +3/+3 Effekt auf alle eigenen Nicht-Humans, wird dafür sorgen, dass der Kampf ein einseitiges Gemetzel wird und sich das Feld für spätere Angriffe lichtet.

Ohne uns wiederholen zu wollen, aber Spiele dauern länger, so dass man nicht davor zögern sollte, ein paar kostspieligere Kandidaten im Deck zu haben. Exemparisch sind hier die legendären Artefakte zu nennen. Die Manakosten von The Cauldron of Eternity sehen selbst mit einem gefüllten Friedhof noch imposant aus. Doch auch wenn man acht Mana dafür blechen müsste, wird das im Laufe der Zeit kein Problem sein.

Themen

Wir hätten uns irgendwo im Text gerne ausführlicher zu den Themen geäußert, die in der Edition schlummern, und die den Sealed Deckbau bestimmen. Die Vorbereitungen dazu waren im Gange, aber so zwischendrin hatten wir das Gefühl, dass dies weniger Unterstützung wäre und mehr den Charakter von Vorsagen hat und uns dagegen entschieden, bevor man uns der Petzerei beschuldigt.

Deswegen belassen wir es im letzten Abschnitt bei einigen Karten. Unkommentiert, roh, so wie die Zauberer von der Küste sie geschaffen haben. Dabei handelt es sich um interessante, im 2-Headed Giant Format spielstärkere Karten, die man beim Deckbau und während der Spiele im Hinterkopf haben sollte und die hier im Text zuvor noch keine große Erwähnung fanden.

Bildmaterial

21. September 2019

Inthronisierung – Alle Karten in Throne of Eldraine

Es war die Tage was stiller auf diesem Kanal, was sicherlich seine Gründe hatte. Wir haben unseren Throne of Eldraine Vorverkauf (Details zu den Collector Booster Packs und Brawl-Decks folgen) eingerichtet. Zudem wollten auf unserem Shop-Account auf Magic Arena die Brawl-Decks Probe gezockt werden. Dazu haben wir uns Notizen gemacht, die wir zu gegebener Zeit hier im Blog ausbreiten.

Was noch?

Ach ja, Kartenspoiler wurden ebenfalls täglich begutachtet, doch das hatte am Freitag ein Ende, da die Spoilerliste nun komplett ist und in Gänze betrachtet werden kann. Es gibt sogar eine Liste für die ganzen Kartenvarianten, auf die man sich in den Collector Booster Packs freuen darf.

Die Liste ist natürlich primäres Lesefutter für alle jene, die sich eines der unzähligen Prereleases gönnen!

Hier sollte man vor allem ein Blick auf die diversen Instants (gerade auch die in Adventure-Form!), was zu weniger bösen Überraschungen im Spielverlauf sorgen wird. Es gibt diverse Pump-Sprüche und dank der Adventures auch Kreaturen, die angreifende bzw verteidigende Kreaturen verstärken, was die Kampfmathematik durcheinander bringt. Wenn dann scheinbar ein 2/2er in einen 4/4er angreift, kann dies ein Zeichen für einen Combattrick sein. Muss nicht, kann aber.

Es empfiehlt sich sowohl ein Auge auf die Manasituation des Gegners (ein Spieler ohne verfügbares Mana wird in der Regel keine Effekte nutzen können) als auch das zweite Auge (so vorhanden) auf den eigenen Lebenspunktestand zu haben. Steht man gut da, ist – im oberen Beispiel – der 4/4er oft wertvoller als die zwei Schaden, die man erhält, ein Block also nicht zu empfehlen.

Für den Angreifer wiederum kann dies bedeuten, dass man derart zwei Schaden macht, die eventuell vorher nicht möglich waren. In vielen Fällen ist es also sinnvoll erst anzugreifen, bevor man sein Mana für andere Sachen ausgibt. Dies ermöglicht das Bluffen, erschwert das Blocken und ehe man sich versieht, sitzt man im Spiel-Theorie Seminar der örtlichen Universität und diskutiert Szenarien, die Peter Handke noch am besten im Titel „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ umschrieb.

Fun!