Register
Monat

Februar 2020

24. Februar 2020

Mit Nachdruck zu veröffentlichen

Magic hat im ersten Quartal viel Ähnlichkeit mit der werten Oma, die einem kurz vorm Zerplatzen zwei Stücke der Cremetorte in den Kiefer hievt, während man simultan am Erbseneintopf-Tropf hängt, der vom randvollen Kompaniekessel gespeist wird. Darauf erstmal’n Bäuerchen und ’nen Absacker!

Der Wizard’sche Speiseplan für die kommenden Monate ist ähnlich vollgestopft mit Reprints, sowie Reprints und – neben zwei, drei neuen Karten, – noch mehr Reprints.

Zum Mitschreiben:

28. Februar – Unsanctioned

Wie berichtet, gibt es Ende dieser Woche ein Wiedersehen mit den grauen Rändern und Fullart-Standardländern. Es darf gelacht werden, wenn je Spieler zwei der fünf Deckhälften zusammengemischt werden und das Chaos nicht fern ist. Vorbestellbar bei uns im Online-Shop.

13. März – Mystery Booster

Von einem Schmetterling zum nächsten, bleibt es bei den Mystery Boostern chaotisch. Bei knapp 1.700 Reprints ist dies nicht verwunderlich und für das Chaos Draft Produkt eher geplant als unbeaufsichtigt.

Wir lassen uns die Freude nicht nehmen ab dem Releasetag jeweils Freitag bei unseren wöchentlichen FNM Drafts das Set zu verköstigen.

3. April – Challenger Decks

Dank den neulich veröffentlichen Decklisten zittern demnächst nicht nur die Einzelkartenhändler (wer Mitleid mit uns hat, darf unsere Bestände bei MKM leerkaufen!) und FNM-Aspiranten.

Wir werden wie bisher üblich die Decks zum Zocken parat haben. Wer also die Decks Probe spielen will, ist bei uns an der richtigen Adresse.

24. April – Ikoria: Lair of Behemoths / Commander 2020

Ein neues Set, fünf neue Commander-Decks (wie kürzlich zu erfahren, diesmal mit vier foil Commander-Karten je Deck), macht nach Adam Riese negative Banksoldi auf der einen und klingelnde Kassen auf der anderen Seite.

Passend zum Doppelrelease wird es ein nettes Gimmick mit den Commander Decks, sowie die allseits beliebten 2-Headed Giant Sealed Deck Events zum Prerelease geben! Weiteres dazu in Bälde auf diesem Kanal.

3. Juli – Core Set 2021 / Jumpstart

Zum Core Set 2021 haben wir noch keine großen Details, aber zu Jumpstart gibt es einen ganzen Artikel, den wir verlinken und zusammenfassen können:

  • jeder 20-Karten Booster hat ein zufälliges Thema (Tribal, Mechanik, etc)
  • je Spieler nimmt man zwei Booster, mischt die zusammen und ab dafür
  • Jumpstart enthält knapp 500 Reprints (um den roten Faden nicht zu verlieren) und 37 neue Karten, die im Vintage, Legacy und Commander legal sein werden

Es wird zu Jumpstart ein eigenes Prerelease zwei Wochen (20. & 21. Juli) vor dem Release geben. Das Wochenende vom 26. bis zum 28. Juli bleibt dem Core Set 2021 vorbehalten.

Bon Appetit!

7. Februar 2020

Sagenhaftes Draften: Vorteilhaftes Spielverhalten

Heute ignorieren wir Karten sowie Deck, inklusive dem Bau desselbigen, und konzentrieren uns auf das Eingemachte, sprich die Früchte, die es beim Magic-Spielen an sich zu ernten, einzustampfen und in Gläser, die mit diesem viel zu harten Gummiring, abzufüllen gibt. Wir haben den Scheinwerfer immer noch starr auf das Draftformat gerichtet, die folgenden Hinweise können aber genausogut in der Commander-Runde, dem WPNPTFNMFRTFCGPMSQ (keine Ahnung, wie die aktuell genau heißen; da fehlt garantiert noch ein P dazwischen), oder dem Küchentisch Verwendung finden.

Der Ball wird bewusst flach gehalten. Wir scheuen nicht davor die Textlänge durch Offensichtliches künstlich zu verlängern, so es nur den ein oder anderen gibt, der die folgenden Ratschläge in der Form noch nicht vernommen bzw. verinnerlicht hat.

Mundus vult decipi, ergo decipiatur

Nicht nur Gegenzauber-spielende Blau-Spieler wissen, dass es vorteilhaft ist, wenn niemand weiß, welche Karten man auf der Kralle hat. Analog kann man behaupten, dass ein Spieler potentiell umso gefährlicher ist, je mehr Mana ihm zur Verfügung steht. Es kann und sollte entsprechend geblufft werden, bis der Arzt kommt!

Um dies im Kampf – und den damit verbundenen Spontanzauber und Fähigkeiten, den sogenannten Combattricks – vorteilhaft zu nutzen, empfiehlt es sich in vielen Fällen erst einmal anzugreifen, bevor wir eine Karte spielen, die keinerlei Einfluss auf das Kampfgeschehen hat.

Statt also das gerade gezogene 12te Land resigniert auf den Tisch zu latzen, behalten wir es auf der Hand und greifen ungeniert und siegessicher mit unserem 2/2er in den gegnerischen 3/3er Blocker an. Der Gegner sieht, dass wir elf ungetappte Länder und mindestens eine, ihm unbekannte Handkarte haben. Er wird also zweimal überlegen ob er blockt und je nach Lebenspunktestand eher die zwei Schaden schlucken als seine Kreatur gegen unseren eventuellen Trick (vielleicht ein Indomitable Will) zu tauschen. Einfacher hat man dem Gegner selten zwei Lebenspunkte abgeluchst.

Dies wird nicht immer funktionieren (statistisch ist die Erfolgswahrscheinlichkeit proportional zu den gegnerischen Lebenspunkten), aber der Vorteil, den man sich durch Nichtstun erschleichen kann, sollte nicht unterschätzt werden. Zusätzlich sollte man den Combattrick zumindest gelegentlich auf der Hand haben, um nicht als Ochse dazustehen, wenn der Bluff immer gecalled wird, weil einem niemand mehr glaubt.

„Die spinnen, die….“ – Obelix

Mors certa hora incerta

Das vorige Beispiel zeigt treffend, dass wann etwas gemacht wird, einen wesentlichen Einfluss auf das Spiel haben kann. Dies lässt sich generalisieren: Es empfiehlt sich Aktionen, sei es das Spielen einer Karte oder das Aktivieren einer Fähigkeit, zum letztmöglich sinnvollsten Zeitpunkt auszuführen.

Die Gelehrten streiten sich bereits seit Anbeginn der Zeiten darüber, wie „sinnvoll“ zu definieren ist. Wir haben wenig sinnvolles dazu beizutragen, fahren also direkt mit einem Beispiel fort:

Statt das Omen of the Sun bereits in seinem Zug zu spielen, gibt es einen besseren Zeitpunkt, der nicht dafür sorgt, dass man im gegnerischen Zug mit drei ungetappten Ländern weniger und zwei bekannten Blockern mehr (förmlich mit heruntergelassenen Hosen) dasteht: der gegnerische End-of-Turn.

Es spielt für die Soldaten aus dem Omen keine Rolle, ob sie den kompletten Zug des Gegners auf dem Tisch lagen oder erst kurz vor der Endhaltestelle aufsprangen. Sie werden im eigenen Zug angriffsbereit parat stehen. Für den Gegner hingegen macht es einen Riesenunterschied ob er mit dem angreifenden Leonin of the Lost Pride auf dem zuvor noch leeren Board gegen einen schnöden Spielstein abtauscht oder nicht.

Bei den im Draft vorherschenden Removal-Spells sieht die Sache kaum anders aus. Hat man gerade das dringend benötigte Drag to the Underworld gezogen und tappt innerlich bereits freudestrahlend seine Sümpfe, weil das gegnerische Voracious Typhon zum Verleger wurde und Druck macht, sollte man kurz innehalten, die Länder wieder in die Vertikale schieben und sich anschauen, ob sich der Gegner damit nicht in eine bessere Bredouille bringen lässt. Spielt dieser vor dem Angriff eventuell noch ein Setassan Training auf das Schlangenbiest (das Trampeln war relevant, oder er hat den oberen Teil dieses Beitrags nicht gelesen), hat man das As im Ärmel und auf einen Schlag dreifachen Kartenvorteil generiert.

(Randnotiz: Das letzte Beispiel ist mit Vorsicht zu genießen. Darauf zu warten, dass der Insel-Magier zwei Mana hat, um uns in repsonse den Starlit Mantle für seinen Nadir Kraken zu zeigen, kann fatale Folgen haben.)

Wenn du dir mal wieder den Zeh an Statuen der Gorgonen gestoßen hast…

Amat victoria curam

Zwei kleine Empfehlungen mit großer Wirkung. Definitiv keine Wundermittel, die aus der Nulpe eine Tulpe machen, aber die regelmäßige Anwendung kann zu förderlichen Situationen im Spielgeschehen führen. Wer sich zwecks Vertiefung gehaltvollere Lektüre vor die Okuli halten will, dem sei der Artikel von Reid Duke empfohlen, der zwar kein Augenarzt ist, aber ansonsten weiß, worauf man den Blick im Magic zu richten hat.

Das war es dann auch für dieses kleine Intermezzo. Wir hoffen, die Beispiele waren anschaulich genug, weitere lassen sich aus diesen reativ bequem erschließen. Beim nächsten Mal werden wir mit dem Kopf zuerst in die Theros’sche Unterwelt abtauchen.