Um Theros herum, kam Wizards auf die Idee, dass es doch ganz nett wäre, wenn jede Edition eine Anzahl zweifarbiger Karten hätte, die zu einem jeweiligen Thema passen und die sich hervorragend dazu eignen, dass man ein Deck um sie herum draftet, da es genug anderes Kartenmaterial – gerade im für den Draft relevanten Common- und Uncommonbereich – gibt, welches die entsprechende Strategie unterstützt.

Dies war – wie hier im Blog dokumentiert – beim Coreset 2020 der Fall, dies ist – wie hier im Beitrag dokumentiert – bei Throne of Eldraine nicht anders. Man setzte sogar noch einen drauf und hat gleich zwei tonangebende Uncommons um die jeweiligen Themen gestrickt; eine tatsächlich Zweifarbige und ein hybrides Pendant, wie die folgende Galerie anschaulich darstellt:

Bröseln wir die Themen im Einzelnen auf :

Weiß / Blau – Artenchantress

Hat man sonst meist die Wahl zwischen Verzauberungen und Artefakten, will man hier gleich beides haben. Auren auf gegnerische Kreaturen zählen hierbei als Verzauberungen und sowohl Food-Token als auch Artefakt-Kreaturen zählen sowieso immer als Artefakte, also sollte man genug von beidem zusammensammeln können, um mit der Strategie selbst ohne Dance of the Manse Erfolg zu haben.

Blau / Schwarz – Ein-Mahl-Eins

Das seltene Gegenstück zu den beiden Uncommons ist die Lochmere Serpent, die zeigt, dass es bei der Kombination selten ohne Umwege geht. Wahlweise darf der eigene Friedhof als Reanimationsziel für Forever Young & Co herhalten, oder es geht für den gewillten Müller erst ins Abenteuerland, dann per Bouncespell wieder auf die Hand und erneut könnte Pur zitiert werden. Es gilt also nicht nur dem Gegner den Friedhof zu füllen – dafür zu sorgen, dass der Gegner keine Karten mehr ziehen kann, ist und bleibt eine sinnvolle Strategie.

Schwarz / Rot – Entrüstete Ritter

Die erste der drei Ritter-Varianten, die sich neben Ausrüstungen, der sogenannten Aristocrats-Strategie verschrieben hat. Als Aristokrat opfert man gerne Zeugs und es muss dabei gar nicht mal das eigene Zeugs sein. Da gibt es Möglichkeiten (Claim the Firstborn) aber diese sind arg begrenzt. Also bedient man sich beim eigenen Zeug und wirft dies in diverse Abfallverwerter, wie dem Witch’s Oven.

Rot / Grün – Unmenschlich

Die Kreaturentypenbestimmung im Set verhält sich wie eins dieser, dem Sokrates zugeschriebenen Logikrätsel:

  • jede Kreatur ist entweder ein Mensch oder ein Ritter
  • jede Kreatur die ein Mensch ist, ist nicht immer ein Ritter
  • nicht jede Kreatur, die ein Ritter ist, ist ein Mensch
  • Wer hat die letzten Spekulatius-Kekse gefuttert?

Das rot-grüne Deck zu draften wird einem ungemein bei der Bestimmung von Kreaturentypen helfen.

Grün / Weiß – Abenteuerland

Ein Deck, das gänzlich ohne Lucky Clover spielbar wäre, aber jede Kopie des Artefakts dankend neben jeder Adventure-Card im Maindeck platziert. Die Strategie ist in Teilen als Schwarz/Grün-Variante spielbar. Man verpasst so ein paar der netteren, im Kampf relevanten Spruchhälften, wie beim Ardenvale Tactician, erhält dafür aber gerade mit Order of Midnight und Foulmire Knight zwei Bomben, die als pure Kartenvorteil-Klopper kein Auge trocken lassen.

Weiß / Schwarz – Ritter en masse

Umschifft man gekonnt Witch’s Vengeance und den zornigen Riesen, was durch deren Seltenheiten öfter möglich ist, kann man sich an diesem Archetypen versuchen. Es gilt Ritter auf den Tisch zu klotzen und dabei nicht zu kleckern. Viele sollen es sein, und unter uns, es müssen nicht immer Ritter sein. Die Synergien sind häufiger Kreaturentyp-unabhängig, wie bei Outflank oder Syr Alin, the Lion’s Claw. Sofern die Masse stimmt und ihr nicht versucht mit dem Venerable Knight einen Silverflame Squire zu beglücken, wird alles glatt laufen.

Schwarz / Grün – Essen fassen

Wenn der kleine Hunger kommt, greift sich am sinnvollsten zu dieser Farbpaarung. Grün sorgt für die Speise-Spielsteine und Schwarz hat die Tools, diese optimal zu verwerten. Es wird zu verwirrenden Paarungen kommen wie Fierce Witchstalker und Tempting Witch, aber wir wollen ja keinen Flavor-Contest gewinnen. Dass wir dem Rot/Schwarz Drafter dazu noch die Giant’s Skewer wegnehmen, ist das Sahnhäubchen schlechthin.

Grün / Blau – Manamassiv

Auf dem Papier sieht es aus, als wollte man schnell dickes Zeug auf den Tisch bringen, das Set hat aber weder für das eine noch das andere ausreichende Kandidaten in den unteren Seltenheitsstufen, um das zu verwirklichen. Was also tun? Nur Beanstalk Giants und Rosethorn Acolytes picken, wäre eine Option. Eine andere Farbe dazunehmen, da wir es uns vom Mana her leisten können, wäre eine andere. Die Mischung wird es machen. Am Ende hat man ein grün-blaues Deck, das mit Manafixing glänzt, kartenvorteilerzeugende blaue Karten spielt und sich nicht zu fein ist, einen dritten oder sogar vierten Mann ins Boot zu holen.

Blau / Rot – Zugzwang

Wie oft zieht man schon zwei Karten in einem Zug? Im eigenen Zug seltener das Problem, ist gerade im gegnerischen Zug eher tote Hose. Spontaner Carddraw ist selten bis selten empfehlenswert. Dem Gegner zwei Opt vor den Latz zu knallen, um aus einem 1/2 Flieger einen 2/3 Flieger zu machen, hat einfach nicht die richtige Durchschlagskraft. Wenn es aber klappt, dann richtig. Thrill of Possibility und Merchant of the Vale machen Überstunden, es werden hier nebenbei Ratten produziert und dort nebenbei Kreaturen vegrössert, dass es ein Vergnügen ist!

Rot / Weiß – Kreuzzug

Der letzte Griff in den Stall fördert die aggressivste Variante zutage. Wie man es von Boros gewohnt ist, kennt das Deck nur ein Ziel und das sind die gegnerischen Lebenspunkte. Das wird im Format eine langsame Angelegenheit, weil trotz einem 2/1er für 1 Mana wird man selten mit der Tür ins Haus fallen. Wenn da teilweise der böse Wolf hintersteckt, kann die Geschichte, siehe die Sache mit den drei rosa Häuslebauern, nicht gut enden und man sollte passend das Blow your House down im Deck, ein Brimstone Trebuchet auf dem Feld oder ein paar Faerie Godmother im Ärmel haben.