Aminatou, the Fateshifter von Seb McKinnon

Bevor uns Wizards verrät, welche Alternativen beim Commander Release Event am 24. August zu erwarten sind, werfen wir einen Blick auf bereits etablierte Commander-Varianten, die für Abwechslung am Küchentisch sorgen können.

Commander Regeln

Grundsätzlich gelten fürs Commander (früher mal als EDH, also Elder Dragon Highlander, bekannt) die folgenden, relativ vereinfachten Deckbau-Regeln:

  • das Deck besteht aus exakt 100 Karten
  • keine der Karten mit Ausnahme von Standard-Ländern kann mehr als einmal gespielt werden
  • eine legendäre Kreatur im Deck ist der Commander
    • dieser bestimmt welche Karten im Deck sein können (anhand der Farbidentität; am Beispiel einiger M20-Karten kurz demonstriert: Kaalia, Zenith Seeker wäre Mardu, also könnten rote, schwarze und/oder weiße Karten im Deck sein, Golos, Tireless Pilgrim erlaubt alle 5 Farben und Rotting Regisaur wäre nicht erlaubt, weil es keine Legende ist
    • der Commander wird nicht ins Deck gemischt sondern hat andere Möglichkeiten ins Spiel zu kommen
    • fügt der Commander einem Gegenspieler 21 oder mehr Schaden zu, verliert dieser Spieler

Dazu gelten noch einige wenige Spiel-Regeln, die gerne durch Hausregeln und Varianten modifiziert werden, die wir zuunterst in Kürze skizzieren und mit vielen weiterführenden Links (yay, Internet!) bestücken:

  • jeder Spieler beginnt mit 40 Leben
  • es wird im Multiplayer-Format gespielt (statt also 1 gegen 1 wird mit sovielen Spielern gespielt, die da sind und an die Tischplatte kommen)
  • es sind bestimmte Legenden als Commander verboten, bzw. bestimmte Karten für den Deckbau nicht erlaubt

Eine offizielle Einführung zu Commander gibt es von Wizards selbst und, da es ein semi-offizielles Turnierformat ist, gibt es eine semi-offizielle Liste an verbotenen Karten.

Brawl

Die Unterschiede sind schnell zusammengefasst:

  • man spielt 1 gegen 1
  • das Deck hat inklusive Commander genau 60 Karten
  • es dürfen nur Standard-legale Karten verwendet werden, so dass im jährlichen Turnus neue Decks gebaut werden

Wie berichtet wird es zum nächsten Set vorkonstruierte Brawl-Decks von WotC geben, die der offiziellen, abgespeckten Commander-Variante eventuell neues Leben einhauchen können. Der bisherige Lebenslauf des Formats (siehe zBsp hier) ist aber weniger beeindruckend und es wird vermutlich mehr als vorkonstruierte Decks brauchen, um die Spieler dafür zu erwärmen.

Rite of Belzenlok von Seb McKinnon – http://www.sebmckinnon.com/

Duel Commander / French Commander (1v1 Commander)

Verbleiben wir bei den 2-Spieler Varianten und fassen die nächsten drei in eine zusammen. Das ist gar nicht so kompliziert, weil die ersten beiden andere Namen für dieselbe Variante sind und letztere ignoriert werden kann, weil sie nur auf Magic Online eine Rolle spielt. (zockt noch jemand MTGO/MODO?)

Duel bzw. French Commander lässt leicht am Titel erahnen, woher es kommt und was es im Fokus hat, den eher Turnier-orientierten Spieler. Statt sich mit 40 Leben in einer Masse an Gegenspielern zu verstecken, gehen die Duellisten mano-a-mano zur Sache. Jeder Spieler beginnt mit 20 Lebenspunkten und statt 3 und mehr Spielern am Tisch bleibt es bei Zweien. Das ist gleich um einiges aggressiver, weswegen eine eigene Liste mit verbotenen Karten zum Einsatz kommt.

Pauper Commander

Eine gesunde Mischung aus Pauper — an und für sich bereits ein eigenständiges Format, wo es darum geht nur Karten zu spielen, die mal als Common gedruckt wurde — und Commander, wobei es hier niemanden interessiert, wie legendär der Commander ist. Wichtig ist, dass es eine Uncommon-Kreatur ist. Die anderen Karten im Deck dürfen hingegen nur Commons sein.

Dies wohl das Format mit dem meisten Diskussionsbedarf (Ist eine mal als Uncommon nachgedruckte Common-Karte noch Common? Sind 40 Leben nicht eine zu hohe Hausnummer, wenn nur Commons am Start sind? Etc…), so dass es keine offizielle Quelle gibt, auf die ich verweisen könnte. Das PauperEDH-Subreddit ist aber ein guter Ausgangspunkt, wenn ihr Interesse habt.

Ein attraktiver Vorteil ist das ein Einstieg sehr bezahlbar bleibt und nicht jede Runde Cruel Ultimatum-ähnliche Sprüche aus den Ärmeln der Mitspieler geflogen kommen.

Tiny Leaders

War es gerade noch die Seltenheit, werden nun die Manakosten ins Rampenlicht gezerrt. Wie der Name erahnen lässt, sind alle Karten mit CMC von 4 oder mehr nicht erlaubt (was im Umkehrschluss für die Nichtnegativ-Definierer unter der Leserschaft bedeutet, alle Karten mit Spruchkosten 3 oder weniger sind legal). Weder fürs Deck noch für die Commander-Position. Wer dazu noch Probleme mit dem Mischen von 99 Karten hat (selbst unser 2-Meter-X-Mann kommt trotz Pranken ins Schwitzen), wird sich freuen, dass bei den Tiny Leaders nur mit 49 (plus Commander) gespielt wird. Zu guter letzt haben alle Spieler nur 25 Lebenspunkte, was der bescheidenen Deckgröße geschuldet ist.

Da die Menge an (gerade alten) Karten mit geringer Casting Cost aber enormer Durchschlagskraft nicht gerade unbedeutend ist, gibt es offizielle Regeln mit dazu passender Banliste.

Dirge of Dread von Seb McKinnon – http://www.sebmckinnon.com/

Über den Tellerrand geschwappt

Ein Blick auf den Tacho verrät mir, dass ich bei 40 Grad im Schatten bereits seit 40 Minuten Feierabend hätte schieben können, es geht mit weiteren Commander-Varianten (und hier haben wir noch zwei drei echte Brecher in der Hinterhand!) also morgen weiter.